Der Softwarekonzern Intuit hat im dritten Geschäftsquartal die Erwartungen übertroffen. Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von fast sechs Prozent auf 284 Euro. Damit machte das Papier einen Teil der Verluste der vergangenen Wochen wieder wett. Seit Jahresbeginn steht aber immer noch ein Minus von 47 Prozent zu Buche – das 52-Wochen-Hoch bei 707 Euro ist in weiter Ferne.
Starke Zahlen, optimistischer Ausblick
Intuit setzte im dritten Quartal 8,6 Milliarden US-Dollar um, zehn Prozent mehr als vor Jahresfrist. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 12,80 Dollar über den Analystenschätzungen. Besonders das Online-Ökosystem überzeugte: QuickBooks Online steigerte die Abonnementerlöse um 22 Prozent. Auch die Kreditplattform Credit Karma wuchs zweistellig auf 631 Millionen Dollar Umsatz.
Das Management hob die Jahresprognose an. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Intuit einen Umsatz von bis zu 21,4 Milliarden Dollar, das operative Wachstum soll bei bis zu 14 Prozent liegen. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll 23,80 bis 23,85 Dollar erreichen.
Strategie-Reset mit Folgen
Parallel zu den soliden Zahlen kündigte der Konzern einen massiven Stellenabbau an. Intuit will rund 17 Prozent der Vollzeitstellen streichen, um die Organisation zu verschlanken. Das Unternehmen treibt damit den Umbau zu einer KI-zentrierten Plattform voran. Dafür fallen Restrukturierungskosten von bis zu 340 Millionen Dollar an, vor allem im vierten Quartal.
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Trotz der Einschnitte bleibt Intuit großzügig gegenüber den Aktionären. Im dritten Quartal kaufte der Konzern eigene Aktien im Wert von 1,6 Milliarden Dollar zurück. Hinzu kommt ein neues Rückkaufprogramm über acht Milliarden Dollar. Auch die Dividende steigt um 15 Prozent auf 1,20 Dollar je Aktie – die Auszahlung ist für Juli 2026 geplant.
Marktbeobachter uneins
Die Anlegerreaktion fiel gemischt aus. Während einige Analysten die rückläufigen Nutzerzahlen im DIY-Steuersegment kritisierten, verwiesen andere auf das starke Wachstum der betreuten Steuerdienstleistung TurboTax Live: 38 Prozent mehr Kunden. Auch die Unternehmenslösung Intuit Enterprise Suite legte im Mittelstandsgeschäft um 38 Prozent zu.
Intuit verfügt per Ende April über eine Nettoliquidität von rund 600 Millionen Dollar. Das gibt dem Konzern Spielraum für weitere Investitionen in Künstliche Intelligenz und das massive Rückkaufprogramm. Das vierte Quartal wird zeigen, ob der Stellenabbau die erhofften Effizienzgewinne bringt – und ob die Aktie ihren Erholungskurs fortsetzen kann.
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