Die Aktie von Intesa Sanpaolo verzeichnet heute einen spürbaren Rücksetzer. Das Papier verliert am Donnerstag 3,0 Prozent und steht bei einem Kurs von 6,07 Euro. Die Abgaben stehen im Kontext eines schwächeren Gesamttrends im italienischen Finanzsektor an der Mailänder Börse.
Die Nachrichtenagentur ANSA berichtete über breite Kursverluste bei italienischen Banktiteln wie UniCredit, Banco BPM, BPER und Intesa Sanpaolo. Ausschlaggebend hierfür ist die Verunsicherung über die Konsolidierung im heimischen Bankensektor sowie der wachsende Widerstand gegen den Verteidigungsplan von MPS-Chef Luigi Lovaglio. Einen gesonderten, unternehmensspezifischen Auslöser für den heutigen Tagesverlust wies der Markt nicht aus.
Konditionen für Monte dei Paschi verschärft
Im Zentrum des Interesses steht unverändert das Tauziehen um die Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS). Intesa Sanpaolo passte die Bedingungen für das freiwillige Übernahmeangebot an alle Stammaktionäre von MPS an. Die Barkomponente wurde um 0,25 Euro auf 1,25 Euro je MPS-Aktie angehoben. Hinzu kommen 1,6 neu auszugebende Intesa-Sanpaolo-Aktien für jeden eingereichten Anteilsschein.
Gleichzeitig zog die Bank klare Grenzen gegenüber Abwehrmaßnahmen des Konkurrenten. Sollten die MPS-Aktionäre den von der dortigen Führung vorgeschlagenen Übernahmeangeboten für Banco BPM oder Banca Generali zustimmen, will Intesa Sanpaolo das Nichtvorliegen der Angebotsbedingungen geltend machen.
Das Institut stellte zudem klar, dass die Umtauschrelation im Falle der Ausschüttung einer Zwischendividende angepasst werde. Die Eintragung der für die Transaktion erforderlichen Satzungsänderung zur Kapitalerhöhung erfolgte bereits Anfang Oktober.
Aktienrückkauf über 2,3 Milliarden Euro vollzogen
Abseits des Übernahmekampfs schloss Intesa Sanpaolo eine umfangreiche Kapitalmaßnahme ab. Das Institut gab den formalen Abschluss seines milliardenschweren Rückkaufprogramms zur Einziehung der erworbenen Anteile bekannt.
Über das gesamte Programm hinweg erwarb das Kreditinstitut 350.415.525 eigene Aktien. Das entspricht rund 1,98 Prozent des Grundkapitals. Das Gesamtvolumen des Rückkaufs belief sich auf knapp 2,3 Milliarden Euro, nachdem am Montag und Dienstag die letzten Transaktionen über den Markt abgewickelt wurden.
Milliardenpaket für Kleinbetriebe und Dividenden-Termin
Am heutigen Donnerstag kündigte die Großbank zudem eine Finanzierungsinitiative für kleine Unternehmen an. Gemeinsam mit den Branchenverbänden Confcommercio, Federalberghi und Confartigianato stellt Intesa Sanpaolo neue Kreditlinien in Höhe von 20 Milliarden Euro für Kleinst- und Kleinbetriebe im Handel, Handwerk und Tourismus bereit. Teil des Pakets ist zudem der Verzicht auf Gebühren für Bezahlungen am Terminal bis zu einem Betrag von 20 Euro.
Für Investoren steht nun der nächste Unternehmenstermin fest im Kalender. Am 30. Oktober berät der Verwaltungsrat über die Zahlen zum dritten Quartal per Ende September. Im Rahmen dieser Sitzung soll auch ein Beschluss über eine Zwischendividende für das laufende Geschäftsjahr gefasst werden.
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