Intesa Sanpaolo hat die besten neun Monate seiner Geschichte hinter sich und hebt die Gewinnprognose zum zweiten Mal in diesem Jahr an. Der Nettogewinn soll 2026 deutlich über 10 Milliarden Euro liegen. Das gelingt trotz einer Steuerbelastung von knapp einer Milliarde Euro durch Italiens Haushaltsgesetz.
Rekordgewinn trotz Sondersteuer
Von Januar bis September stieg der Nettogewinn um 8 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Allein das dritte Quartal brachte mehr als 2,6 Milliarden Euro, das beste Q3 der Firmengeschichte. Die Eigenkapitalrendite liegt bei 21 Prozent, der Gewinn je Aktie legte um 10 Prozent zu.
Die Erträge wuchsen in allen Komponenten, insgesamt um mehr als eine Milliarde Euro. Provisionen und Versicherungsgeschäft zogen um 5 Prozent an, der Zinsüberschuss um 2 Prozent.
Für 2026 peilt die Bank beim Zinsüberschuss deutlich mehr als 15 Milliarden Euro an, 2027 soll er weiter wachsen. Dazu soll das sogenannte Replicating Portfolio 500 bis 600 Millionen Euro beisteuern.
Die Kosten sanken um 1,3 Prozent. Die Cost-Income-Ratio fiel auf 36,7 Prozent. Die Kreditqualität bleibt stark: Die Quote fauler Kredite liegt bei historisch niedrigen 0,8 Prozent.
Die Analystenschätzungen verfehlte die Bank knapp, der Gewinn je Aktie lag rund 2 Prozent unter dem Konsens. Die Aktie legte dennoch leicht zu.
Ausschüttung und MPS-Offerte
Insgesamt fließen 2026 rund 9,4 Milliarden Euro an die Aktionäre, per Dividende und Rückkäufen. Die Zwischendividende von 22 Cent je Aktie, ein Plus von 18 Prozent, wird am 25. November gezahlt. Die harte Kernkapitalquote liegt bei etwa 13,1 Prozent, berücksichtigt ist ein im Oktober abgeschlossener Rückkauf.
Beim Angebot für Monte dei Paschi di Siena sieht sich Konzernchef Carlo Messina im Plan. Alle Aufsichtsgenehmigungen, darunter von der EZB, liegen vor. Die Barkomponente steigt auf 1,25 Euro je Aktie, die Prämie beträgt damit nun 15,3 Prozent. Großaktionär Delfin will seinen Anteil von 70,6 Prozent andienen.
Die Integrationskosten von rund 2,1 Milliarden Euro fallen laut Messina erst 2027 an, falls die Abwicklung des Angebots in das neue Jahr rutscht. Nach Vollzug folgt ein Pflichtangebot für Mediobanca. Zusätzliche Filialverkäufe jenseits der 600 Filialen, die an Unipol gehen sollen, hält er für unwahrscheinlich. Sie gingen dann an andere Käufer.
Haushaltsgesetz bleibt Unsicherheitsfaktor
Messina kritisierte die Bankenabgabe scharf. Die Regierung habe eine Dreijahresvereinbarung nicht eingehalten. Wie hoch die Belastung 2027 ausfällt, ist offen. Sollte sie das Ergebnis drücken, will die Bank an der Kostenbasis ansetzen. Das Ziel von deutlich über 10 Milliarden Euro habe Vorrang.
Im Handel belastete eine negative Bewertung von 144 Millionen Euro das Ergebnis, bedingt durch weitere Spreads bei Staatsanleihen. Die Bank verzichtete bewusst auf Gewinnmitnahmen, um dies auszugleichen.
Als nächste Marke steht die Zwischendividende am 25. November an. Der Vollzug der MPS-Offerte wird zum Jahreswechsel 2026/2027 erwartet.
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