Intellia Therapeutics hat auf der J.P. Morgan Healthcare Conference seine Strategie geschärft und einen klaren Fahrplan für das HAE-Programm vorgelegt. Parallel dazu sorgt ein großer Insiderkauf für Aufmerksamkeit, während der regulatorische Stillstand im ATTR-Bereich weiter anhält. Wie verschieben sich damit die Schwerpunkte im Investmentcase?
Fokus auf HAE-Programm
Auf der 44. J.P. Morgan Healthcare Conference stellte CEO John Leonard vor allem die nicht belasteten Entwicklungsprogramme in den Vordergrund. Im Zentrum stand NTLA-2002 (lonvo-z), eine in vivo CRISPR-Therapie gegen hereditäres Angioödem (HAE).
Wesentliche Eckpunkte:
- Topline-Daten Phase 3: Erste zentrale Ergebnisse der HAELO-Studie werden für Mitte 2026 erwartet.
- Zulassungspfad: Die Einreichung des Biologics License Application (BLA) ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.
- Markteintritt: Ein möglicher kommerzieller Start wird für Anfang 2027 angepeilt.
Leonard ging zudem auf das weiterhin bestehende klinische Hold der US‑Behörde FDA für das nex-z-Programm (transthyretin-Amyloidose) ein. Die Behörde hatte die MAGNITUDE-Studien Ende Oktober 2025 nach einem Todesfall und auffälligen Leberwerten gestoppt. Leonard bezeichnete die Aufhebung dieses Holds als oberste Priorität für 2026, nannte aber keinen Zeitplan.
Die verhaltene Kursreaktion deutet darauf hin, dass der Markt die Verzögerung im ATTR-Programm weitgehend eingepreist hat und nun stärker auf die Umsetzung im HAE-Bereich blickt.
Insiderkauf und Fondsaktivität
Für ein deutliches Signal aus dem Unternehmen sorgte ein großer Aktienkauf aus dem Aufsichtsrat. Laut jüngsten SEC-Meldungen erwarb Director Fred E. Cohen am 5. Januar 2026 insgesamt 150.000 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 9,35 US‑Dollar. Das Transaktionsvolumen von rund 1,4 Mio. US‑Dollar erfolgte damit in der Nähe des 52‑Wochentiefs und wird vom Markt als klarer Vertrauensbeweis in das langfristige Potenzial gewertet.
Demgegenüber stehen kleinere Aktienverkäufe im Management. CEO John Leonard und weitere Führungskräfte trennten sich Anfang Januar von Anteilen, Leonard selbst von etwa 34.000 Aktien. Laut Unternehmensangaben handelt es sich überwiegend um routinemäßige oder steuerlich bedingte Transaktionen. In der Summe überwiegt im Januar der Insiderkauf deutlich, sowohl nach Volumen als auch nach Gegenwert.
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Auch auf der institutionellen Seite gibt es Zukäufe. ARK Invest um Cathie Wood erhöhte seine Position weiter: Tägliche Handelsdaten zeigen einen Zukauf von 40.067 Aktien am 13. Januar, nachdem zuvor bereits mehr als 99.000 Aktien in derselben Woche erworben worden waren.
Zahlen und Marktbild
Finanziell bleibt die Bilanz ein wichtiger Puffer für den weiteren klinischen Ausbau. Im dritten Quartal 2025 meldete Intellia einen Verlust von 0,92 US‑Dollar je Aktie und lag damit besser als der Analystenkonsens von minus 1,02 US‑Dollar. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 51,6 % auf 13,78 Mio. US‑Dollar.
Charttechnisch hat sich die Aktie deutlich vom 52‑Wochentief bei 5,90 US‑Dollar gelöst und kürzlich die 200‑Tage-Linie (Simple Moving Average) zurückerobert. Mit einem Kurs um 12 US‑Dollar bleibt der Wert aber klar unter dem 52‑Wochen-Hoch von 28,25 US‑Dollar, was die anhaltende Unsicherheit rund um das nex-z-Programm widerspiegelt.
Katalysatoren im Blick
In den kommenden Wochen und Monaten stehen vor allem zwei Ereignisse im Fokus:
Q4‑Zahlen 2025:
Die Ergebnisvorlage, erwartet am 25. Februar 2026, dürfte eine aktualisierte Einschätzung zur Liquiditätsreichweite liefern. Entscheidend wird sein, ob die vorhandenen Mittel den geplanten klinischen Fortschritt bis zum anvisierten Marktstart 2027 abdecken.Regulatorische Entscheidung zum MAGNITUDE-Hold:
Jede konkrete Nachricht zur möglichen Aufhebung des FDA-Holds im ATTR-Programm könnte den Kurs deutlich bewegen – in beide Richtungen.
Analysten bleiben insgesamt vorsichtig konstruktiv. Der aktuelle Konsens liegt bei „Hold“, das durchschnittliche Kursziel bei 17 US‑Dollar. Ausgehend vom aktuellen Kursniveau impliziert dies ein theoretisches Aufwärtspotenzial von rund 40 %, sofern Intellia den vorgestellten Zeitplan für 2026 und darüber hinaus weitgehend umsetzen kann.
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