Die Aktie von Intellia Therapeutics hat seit Jahresbeginn deutlich zugelegt. Auslöser der jüngsten Neubewertung ist eine wichtige Entscheidung der US-Gesundheitsbehörde FDA, die ein zentrales Entwicklungsprogramm wieder freigegeben hat. Gleichzeitig sorgen stark auseinanderliegende Analystenziele, ambitionierte Bewertungskennzahlen und Insiderverkäufe für ein gemischtes Bild. Wie robust ist der aktuelle Aufschwung?
FDA gibt Phase-3-Studie frei
Im Mittelpunkt steht die Entscheidung der FDA, die klinische Sperre für die Phase-3-Studie MAGNITUDE-2 aufzuheben. In dieser Studie prüft Intellia den Gene-Editing-Kandidaten nexiguran ziclumeran (nex‑z) zur Behandlung von transthyretinbedingter Amyloidose mit Polyneuropathie (ATTRv-PN).
Mit der Freigabe kann das Unternehmen die Patientenrekrutierung umgehend fortsetzen. Damit fällt ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor weg, der zuvor auf der Risikowahrnehmung des Titels lastete. In Reaktion auf die FDA-Entscheidung sprang die Aktie im US-Handel auf rund 14,83 US-Dollar.
Analystenurteile gehen weit auseinander
Die regulatorische Entspannung hat mehrere Analysten zu schnellen Anpassungen veranlasst. Besonders deutlich reagierte H.C. Wainwright & Co., das seine Bewertungsmodelle gestern überarbeitete. Analyst Mitchell S. Kapoor bestätigte das Rating „Buy“ und erhöhte das Kursziel kräftig.
Wichtige Daten im Überblick:
- H.C. Wainwright: Kurszielanhebung von 15,00 auf 25,00 US-Dollar (+66,6 %)
- JonesTrading: Analystin Debanjana Chatterjee bestätigt „Hold“
- Konsensspannen:
- Ein Konsens aus 21 Analysten liegt bei rund 21,95 US-Dollar
- Ein anderer Durchschnitt aus 11 Analysten kommt auf 14,18 US-Dollar
- Eine weitere Quelle nennt ein Konsensziel von 18,00 US-Dollar
- Baird: Kursziel von 4,00 auf 7,00 US-Dollar erhöht
Die breite Spanne der Kursziele unterstreicht die Unsicherheit im Markt. Während einzelne Häuser die FDA-Entscheidung als Hebel für deutlich höhere Bewertungen sehen, bleibt das Gesamtbild der Analysteneinschätzungen uneinheitlich.
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Bewertung und Insideraktivitäten
Auf fundamentaler Ebene zeigen sich deutliche Spannungen zwischen Modellwerten und Marktpreis. Eine aktuelle Discounted-Cashflow-Analyse errechnet einen theoretischen fairen Wert von 236,69 US-Dollar. Daraus ergäbe sich rechnerisch ein Abschlag von mehr als 93 % gegenüber dem aktuellen Kursniveau.
Gleichzeitig signalisiert das Umsatzmultiple eine ganz andere Realität: Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 29,86 notiert Intellia deutlich über dem Biotech-Sektor-Durchschnitt von 11,8. Der Markt preist damit bereits einen erheblichen Wachstumspfad ein.
Auch die Aktivitäten größerer Adressen liefern kein einheitliches Bild:
- Institutionelle Käufe: Y Intercept Hong Kong Ltd hat eine neue Position aufgebaut und 137.290 Aktien im Volumen von rund 2,37 Mio. US-Dollar erworben.
- Insiderverkäufe: Im Januar kam es zu Verkäufen im Management. CEO John M. Leonard trennte sich von 34.146 Aktien, EVP Birgit C. Schultes verkaufte 8.508 Aktien.
Finanzieller Rahmen und Ausblick
Operativ befindet sich das Unternehmen weiterhin in einer kostenintensiven Entwicklungsphase. Im dritten Quartal wies Intellia einen Verlust von 0,92 US-Dollar je Aktie aus. Damit fiel das Minus geringer aus als der erwartete Verlust von 1,02 US-Dollar je Aktie. Der Umsatz lag bei 13,78 Mio. US-Dollar und stieg im Jahresvergleich um mehr als 51 %.
Die Aktie bleibt vor diesem Hintergrund volatil. Die Wiederaufnahme der MAGNITUDE-2-Studie durch die FDA ist ein klar positives Signal für die Pipeline, wird jedoch von hohen Bewertungskennzahlen, Insiderverkäufen und stark divergierenden Analystenzielen überlagert. In den kommenden Quartalen dürfte sich zeigen, inwieweit der aktuelle Kurs die Fortschritte in der klinischen Entwicklung und die finanzielle Entwicklung des Unternehmens angemessen widerspiegelt.
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