Ein Preisbericht und eine Hochstufung – mehr brauchte es nicht, um die Intel-Aktie am Dienstag zeitweise um mehr als acht Prozent nach oben zu katapultieren. Der Kurs kletterte über 104 Dollar und riss damit die 50-Tage-Linie bei rund 100 Dollar nach oben durch. Nach der scharfen Korrektur vom Juni-Hoch bei 142 Dollar und dem zwischenzeitlichen Tief bei knapp 82 Dollar markiert das den bislang deutlichsten Tagesausschlag der jüngeren Erholung.
Preiserhöhung als Hebel für die Marge
Auslöser war ein Bericht der taiwanischen Branchenpublikation DigiTimes, wonach Intel die Preise für PC-Prozessoren Anfang Oktober um rund zehn Prozent anheben will. Eine offizielle Bestätigung des Konzerns gibt es dafür bislang nicht. Für Intel wäre ein solcher Schritt dennoch bedeutsam – der Konzern kämpft seit Jahren um bessere Profitabilität, und höhere Preise wären ein direkter Hebel auf die Marge.
Ob PC-Hersteller die Mehrkosten tatsächlich an ihre Kunden weiterreichen können, bleibt offen. Steigende Speicherpreise verteuern Computer und Notebooks ohnehin schon.
Northland sieht Chancen bei Foundry und Server-Chips
Parallel dazu hob Northland Securities die Einstufung von „Market Perform“ auf „Outperform“ an und setzte das Kursziel auf 120 Dollar. Begründet wird das mit Fortschritten beim Konzernumbau sowie einer Verknappung bei Server-Prozessoren. Die hohe Nachfrage nach Rechenleistung für KI-Anwendungen treibt den Bedarf an Server-Chips – ein Umfeld, das Intel in die Karten spielt.
Northland verweist zudem auf Potenzial im Foundry-Geschäft, in dem Intel Chips für externe Kunden fertigt. Die geplante Terafab-Partnerschaft könnte dieser Sparte die notwendige Größenordnung verschaffen.
Der Kurssprung reihte sich in eine breitere Rally bei Chipwerten ein: Auch Qualcomm zog nach der Ankündigung einer Partnerschaft mit Amazon zur Entwicklung maßgeschneiderter Datacenter-Chips deutlich an, während AMD und Broadcom ebenfalls zulegten. Nvidia blieb dagegen als einziger großer Chip-Titel im Minus.
Mit Kursen um 104 Dollar bewegt sich Intel nun exakt im Bereich des 100-Tage-Durchschnitts bei etwa 104,25 Dollar – eine Marke, an der sich in den kommenden Handelstagen zeigen dürfte, ob die Rally Substanz hat oder ob DigiTimes-Bericht und Analysten-Kommentar allein nicht reichen, um die Erholung fortzusetzen.
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