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Intel Aktie: Vor Zahlen

Intels Aktie zeigt vor dem Q4-Report erhöhte Volatilität. Analysten haben Ziele angehoben, doch die Mehrheit bleibt mit Hold-Bewertungen zurückhaltend.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie fällt nach starkem Rally-Jahr vom Höchststand
  • KeyBanc stuft auf Overweight mit 60-Dollar-Ziel hoch
  • Spekulationen über Apple als Foundry-Kunde ab 2027
  • Wall Street dominiert von zurückhaltenden Hold-Einstufungen

Intel steht kurz vor den Q4-Zahlen und die Nervosität nimmt zu. Nach einer außergewöhnlichen Rally im Jahr 2025 bröckelt der Kurs leicht vom jüngsten 52-Wochen-Hoch ab. Im Hintergrund treiben Analysten-Upgrades, Spekulationen über eine mögliche Apple-Partnerschaft und hohe Erwartungen an das Foundry-Geschäft die Fantasie – gleichzeitig warnen einige Häuser vor zu viel Vorschusslorbeeren.

Deutlicher Rücksetzer nach Rally

Die Aktie pendelte heute in einer Spanne zwischen 46,77 und 50,21 US-Dollar und fiel im Tagesverlauf auf rund 46,98 US-Dollar zurück. Vom frischen 52-Wochen-Hoch bei 50,39 US-Dollar bedeutet das eine Schwankung von rund 7 % innerhalb einer Sitzung – ein klares Zeichen für erhöhte Unsicherheit vor der Quartalsvorlage am 22. Januar.

Die Kursbewegung folgt auf eine starke Vorgeschichte:

  • Plus 27–31 % seit Jahresbeginn 2026
  • Plus 84 % im Gesamtjahr 2025
  • Plus 165 % seit dem 52-Wochen-Tief bei 17,67 US-Dollar im April 2025
  • Marktkapitalisierung: etwa 234 Mrd. US-Dollar

Das Handelsvolumen lag mit rund 127 Mio. Aktien auf erhöhtem, aber etwa durchschnittlichem Niveau der letzten Tage.

Analysten-Upgrades als Kurstreiber

Ein wesentlicher Motor der Rally war eine Serie von Hochstufungen durch die Wall Street. Besonders im Fokus steht KeyBanc-Analyst John Vinh, der Intel von „Sector Weight“ auf „Overweight“ anhob und das Kursziel auf 60 US-Dollar setzte – aktuell eines der höchsten Ziele am Markt und verbunden mit einem Aufwärtspotenzial von knapp 28 % gegenüber den jüngsten Kursniveaus.

Vinh begründet seine positive Sicht unter anderem mit:

  • Foundry-Fortschritten: Erreichte Ausbeutequoten von über 60 % beim neuen 18A-Fertigungsprozess
  • Starker Server-Nachfrage: Intel ist nach seinen Angaben für 2026 bei Server-Prozessoren „nahezu ausverkauft“
  • Preissetzungsspielraum: Das Management erwägt einen durchschnittlichen Preisanstieg von 10–15 % aufgrund der robusten Nachfrage

Auch andere Häuser haben ihre Modelle vor den Zahlen angepasst:

  • Citi: Hochstufung von „Sell“ auf „Neutral“, Kursziel von 29 auf 50 US-Dollar erhöht
  • Jefferies: „Hold“ bestätigt, Kursziel von 40 auf 45 US-Dollar angehoben
  • UBS: „Neutral“ bestätigt, Kursziel von 40 auf 49 US-Dollar erhöht
  • Barclays: „Equal Weight“ bestätigt, Kursziel von 35 auf 45 US-Dollar angehoben
  • Bank of America: Bleibt bei „Underperform“ mit Kursziel 40 US-Dollar

Damit dominieren zwar angepasste, aber überwiegend zurückhaltende Einstufungen.

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Apple-Gerüchte als zusätzlicher Fantasietreiber

Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgen Berichte über eine mögliche Apple-Kooperation im Foundry-Geschäft. Demnach könnte Apple Intels kommende 18A-P-Technologie für Chips in künftigen Macs und iPads nutzen, mit einem Produktionsstart im Jahr 2027. Vinh bezeichnet diesen potenziellen Auftrag als den ersten „großen Fang“ für Intels Foundry-Sparte.

Darüber hinaus steht im Raum, dass Apple Intels 14A-Technologie ab etwa 2029 auch für günstigere A-Serie-Prozessoren in iPhones einsetzen könnte. Konkrete Verträge sind zwar nicht bestätigt, die Spekulationen unterstreichen jedoch die strategische Bedeutung der Foundry-Offensive.

Q4-Ausblick: Wichtige Kennzahlen

Für das vierte Quartal 2025 hat das Management folgende Spannen und Ziele kommuniziert:

  • Umsatz: 12,8 bis 13,8 Mrd. US-Dollar
  • Non-GAAP-Bruttomarge: 36,5 %
  • Bereinigtes EPS: 0,08 US-Dollar

Bank of America rechnet mit Ergebnissen im Rahmen oder leicht über der eigenen Prognose, konkret mit:

  • Umsatz: 13,4 Mrd. US-Dollar
  • Bruttomarge: 36,5 %

Analysten gehen davon aus, dass solide Server-Verkäufe den anfänglichen Gegenwind durch steigende Speicherpreise im PC-Geschäft zumindest teilweise abfedern.

Geteiltes Bild trotz Kursrally

Trotz der deutlichen Kursaufholung bleibt die Stimmung an der Wall Street verhalten. Rund 70 % der Analysten stufen die Aktie weiterhin mit „Hold“ ein, nur 17 % empfehlen einen Kauf. Der durchschnittliche Zielkurs liegt mit 39,62 US-Dollar spürbar unter dem aktuellen Kurs und signalisiert, dass viele Modelle die Rally als vorauslaufend zum fundamentalen Fortschritt sehen.

Jefferies erwartet, dass der Ausblick für das Gesamtjahr eher „relativ enttäuschend“ ausfallen könnte. Zudem verweisen Beobachter darauf, dass das Foundry-Geschäft trotz besserer Ausbeuten vor großen strukturellen Aufgaben steht: Die Fertigungsanlagen binden weiterhin hohe Investitionssummen, während der Wettbewerb durch TSMC und Samsung intensiv bleibt.

Entscheidend für die nächsten Wochen wird sein, ob Intel mit den Q4-Zahlen, dem Ausblick und konkreteren Signalen aus dem Foundry-Bereich den hohen Erwartungen und den bereits vorausgelaufenen Kursen gerecht werden kann.

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