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Intel Aktie: Viel Bewegung

Intel steht vor einer komplexen Gemengelage: Der Abgang des Foundry-Chefs, Rückenwind durch eine Branchenrally und Verzögerungen bei neuen Desktop-CPUs belasten die ohnehin angespannte Kapazitätsplanung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Foundry-Chef wechselt zu Konkurrent Qualcomm
  • Branchenweite Chip-Rally treibt Intel-Aktie an
  • Desktop-Prozessoren Nova Lake könnten sich verschieben
  • Starker Konkurrenzdruck durch Nvidia im Data Center

Bei Intel laufen diese Woche mehrere Entwicklungen zusammen – und nicht alle senden in die gleiche Richtung. Ein Führungswechsel im wichtigen Foundry-Geschäft trifft auf Rückenwind aus einer Chip-Rally, während sich bei neuen Desktop-Prozessoren Verzögerungen abzeichnen. Was bedeutet das für Intels ohnehin angespannte Kapazitätsplanung?

Foundry-Chef wechselt zu Qualcomm

Kevin O’Buckley, zuletzt Chef von Intel Foundry Services, hat das Unternehmen verlassen und übernimmt laut einem Bericht von CRN eine Supply-Chain-Führungsrolle bei Qualcomm. Intel betonte gegenüber CRN, das Foundry-Geschäft sei eine der höchsten strategischen Prioritäten. Die Organisation läuft demnach nun unter Naga Chandrasekaran, dessen Zuständigkeiten bereits im September 2025 ausgeweitet wurden.

Brisant ist der Abgang vor allem, weil Intel seit Jahren versucht, als Auftragsfertiger große externe Kunden zu gewinnen. Ein großer Durchbruch lässt aber weiter auf sich warten. Immerhin: Auf der Q4-2025-Telefonkonferenz im Januar sagte CEO Lip-Bu Tan laut CRN, zwei potenzielle Kunden testeten Intels nächste Prozessgeneration „Intel 14A“ – eine Zusage könnte demnach später in diesem Jahr folgen.

Rückenwind aus der Chip-Rally

Für Auftrieb sorgte zuletzt nicht primär Intel selbst, sondern ein Branchensignal: AMD soll laut StockStory einen Deal abgeschlossen haben, um Meta über fünf Jahre hinweg KI-Chips im Volumen von bis zu 60 Milliarden US-Dollar zu liefern. Zusätzlich sieht die Vereinbarung vor, dass Meta bis zu 10% an AMD kaufen kann. Diese Nachricht löste eine breite Rally im Halbleitersektor aus – Intel wurde dabei mit nach oben gezogen.

Zuvor hatte bereits ein Reuters-Bericht (via StockStory) für bessere Stimmung gesorgt: Demnach wollten Intel und ein Wettbewerber Server-CPU-Preise in China wegen Lieferengpässen um bis zu 10% anheben. Verstärkt wurde der Optimismus außerdem durch Amazons angekündigten Ausgabenplan von 200 Milliarden US-Dollar für 2026.

Nova Lake: Desktop-Start wohl später

Auf der Consumer-Seite kommt dagegen Gegenwind auf. Mehrere Tech-Seiten (u.a. Tom’s Hardware, TweakTown, Videocardz) berichteten zuletzt unter Verweis auf den chinesischen Leaker „Golden Pig Upgrade“ (Weibo), dass Intels Nova-Lake-S-Desktop-Prozessoren nicht wie erwartet 2026 starten könnten, sondern erst zur CES 2027.

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Das steht quer zu Intels offizieller Aussage aus dem Q4-Call, wonach Nova Lake „Ende 2026“ kommen solle. Videocardz weist allerdings darauf hin, dass „Ende 2026“ auch erste mobile Varianten oder kleinere Ausbaustufen meinen könnte – während die breite Desktop-Palette dann erst Anfang 2027 folgt.

Als Gründe für die mögliche Verschiebung nennen die Berichte zwei Punkte: Intel priorisiere wegen spürbarer Engpässe die Produktion von Data-Center-CPUs, und die angespannte DRAM-Preissituation mache einen Start einer reinen-DDR5-Plattform schwieriger. Tom’s Hardware hatte zudem bereits aufgegriffen, dass Intel zuvor eine Verlagerung von Kapazitäten weg von Consumer-Chips hin zu Server-Prozessoren eingeräumt habe.

Mehr Druck durch Nvidia im Data Center

Zusätzlich wächst der Konkurrenzdruck dort, wo Intel traditionell besonders stark war: im Rechenzentrum. Laut Yahoo Finance beinhaltet Nvidias erweiterte Data-Center-Vereinbarung mit Meta erstmals einen größeren Einsatz von „Grace“-Servern ohne GPU – also CPU-only-Systeme. Das ist ein direkter Vorstoß in Intels Kernmarkt.

Bernstein-Analyst Stacy Rasgon bringt das Problem laut Yahoo Finance auf Kapazitäten herunter: Intel sei trotz eigener Fertigung nicht gut positioniert gewesen, weil Kapazität fehlte und zuvor Ausrüstung günstig verkauft worden sei.

Zum Handel heute: Die Intel-Aktie steht bei 38,26 Euro und verliert 3,68%.

Am 23. April stehen die nächsten Quartalszahlen an – und damit ein Termin, an dem Intel mehr Klarheit liefern muss: Kommen im Foundry-Geschäft tatsächlich neue Kunden näher, und wie belastbar ist der Zeitplan rund um Nova Lake, wenn Kapazitäten weiter Richtung Data Center verschoben werden?

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