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Intel Aktie: Unerwarteter Gegenwind

Intels Quartalsausblick enttäuscht mit stagnierendem Gewinn und sinkender Marge. Eine globale Speicherchip-Knappheit belastet das PC-Geschäft, während das Rechenzentrumssparte wächst.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Nachbörslicher Kursverlust von 6 bis 7 Prozent
  • Gewinnprognose von null Dollar je Aktie für Q1
  • Speicherchip-Engpässe drosseln PC-Umsatzchancen
  • Rechenzentrumsgeschäft verzeichnet starke Margensteigerung

Die Intel-Aktie verliert im nachbörslichen Handel satte 6 bis 7 Prozent. Dabei hatte der Halbleiterriese am Donnerstag die Erwartungen für das vierte Quartal sogar übertroffen. Doch der Ausblick auf das laufende erste Quartal 2026 enttäuschte die Anleger auf ganzer Linie. Nach einer fulminanten Rally von 190 Prozent seit dem August-Tief scheint die Luft nun erst einmal raus zu sein.

Der Konzern rechnet im ersten Quartal mit Erlösen zwischen 11,7 und 12,7 Milliarden Dollar. Der Mittelwert liegt damit unter den Analystenerwartungen von 12,6 Milliarden Dollar. Noch dramatischer: Der Gewinn pro Aktie soll bei null landen – nach 0,13 Dollar im Vorjahresquartal. Die Bruttomarge wird mit nur 34,5 Prozent erwartet, ein Rückgang um 4,7 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.

Die Supply-Krise trifft Intel hart

CEO Lip-Bu Tan machte am Donnerstag klar, wo das Problem liegt: Intel bekommt schlichtweg nicht genügend Speicherchips. Während große Gerätehersteller sich noch mit Nachschub versorgen können, haben kleinere Unternehmen das Nachsehen. „Sie bekommen den Speicher nicht, sie können die Produkte nicht fertigstellen“, erklärte Tan während der Telefonkonferenz. Finanzchef David Zinsner warnte vor den Folgen für das PC-Geschäft: „Steigende Preise sind eine Entwicklung, die wir genau beobachten, besonders im Client-Markt. Sie könnten unsere Umsatzchancen dieses Jahr begrenzen.“

Der Hintergrund ist klar: Der KI-Boom frisst die weltweite Speicherchip-Produktion. Samsung, SK Hynix und Micron – die drei größten Hersteller – kommen mit der Fertigung nicht hinterher. Sie beliefern bevorzugt die margenstärkeren Rechenzentren statt Consumer-Geräte. Die Folge: Speicherpreise explodieren. Laut Counterpoint stiegen sie im ersten Quartal um 40 bis 50 Prozent, nachdem sie bereits 2025 um 50 Prozent zugelegt hatten.

Lichtblicke im Schatten der Schwäche

Immerhin: Im vierten Quartal übertraf Intel die Erwartungen. Der Umsatz sank zwar um 4,1 Prozent auf 13,7 Milliarden Dollar, lag aber 400 Millionen über der eigenen Oktoberprognose. Der Gewinn pro Aktie erreichte 0,15 Dollar – zwei Cent mehr als vor einem Jahr und deutlich über der Guidance. Die Bruttomarge von 37,9 Prozent übertraf ebenfalls die Erwartungen, obwohl sie 4,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahr lag.

Besonders stark entwickelte sich das Rechenzentrumsgeschäft. Die Data Center und AI-Sparte steigerte ihre operative Marge von 8,6 auf 26,4 Prozent. Der Umsatz erreichte 4,7 Milliarden Dollar. Hier zahlt sich Intels Fokus auf KI-Computing aus. Das Client-Computing-Geschäft erwirtschaftete 8,2 Milliarden Dollar bei einer Marge von 27 Prozent – allerdings sank diese gegenüber 36,4 Prozent im Vorjahr deutlich.

Foundry-Sparte blutet weiter

Das Sorgenkind bleibt die Foundry-Sparte. Trotz Erlösen von 4,5 Milliarden Dollar im vierten Quartal schrieb der Bereich einen operativen Verlust von 2,5 Milliarden Dollar – eine Marge von minus 55,7 Prozent. Für das Gesamtjahr 2025 belief sich der Nettoverlust auf 267 Millionen Dollar, deutlich besser als die 18,76 Milliarden Miese aus 2024. Doch die Geduld der Investoren wird auf eine harte Probe gestellt.

Intel hebt zwar den Fortschritt bei der 18A-Technologie hervor – dem „fortschrittlichsten in den USA entwickelten und gefertigten Prozessknoten“. Doch bis diese strategische Wette aufgeht, dürften noch mehrere Quartale ins Land ziehen. Ab dem zweiten Quartal sollen sich die Lieferengpässe bei Speicherchips verbessern, verspricht das Management. Die Betriebskosten will Intel 2026 auf 16 Milliarden Dollar begrenzen, die Investitionsausgaben sollen flach bis leicht rückläufig sein.

Die Aktie notiert bei 54,32 Dollar, nahe dem 52-Wochen-Hoch von 54,60 Dollar. Ob dieses Niveau zu halten ist, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie schnell sich die Speicherchip-Krise entspannt.

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Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.