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Intel Aktie: Turnaround zeigt Wirkung

Intels Sparkurs stabilisiert die Finanzen, doch die hauseigene Chipfertigung bleibt ein defizitäres Geschäft. Der Konzern setzt nun auf externe Kunden, um die neue Technologie profitabel zu machen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Strikter Sparkurs reduziert operative Verluste deutlich
  • Neue 18A-Chipfertigung startet mit externen Kunden
  • Aktienkurs profitiert von geopolitischen Spannungen
  • Profitabilität der Foundry-Sparte frühestens 2026

Ein Jahr nach dem Führungswechsel zieht der Markt bei Intel eine gemischte Bilanz. Unter CEO Lip-Bu Tan hat der Chipgigant schmerzhafte Einschnitte vorgenommen und die Finanzen spürbar stabilisiert. Gleichzeitig bleibt die hauseigene Chip-Auftragsfertigung ein Milliardenloch, das den Weg in die Profitabilität erschwert.

Um das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen, verordnete Tan dem Konzern einen strikten Sparkurs. Die Belegschaft schrumpfte durch harte Einschnitte von über 125.000 auf rund 85.000 Mitarbeiter. Diese Disziplin spiegelt sich in den Büchern wider: Der operative Verlust konnte im Gesamtjahr um 81 Prozent eingedämmt werden. Durch Verkäufe und milliardenschwere externe Investitionen von Branchengrößen wie Nvidia und SoftBank wuchsen die Barreserven zudem auf über 14 Milliarden US-Dollar an.

Meilenstein mit teurem Haken

Technologisch lieferte das Management mit dem Start des 18A-Fertigungsprozesses ab. Die neuen Prozessoren rollen in Arizona bereits vom Band. Die wirtschaftliche Realität der sogenannten Foundry-Sparte sieht jedoch düster aus. Das Segment verbrannte in jedem Quartal über zwei Milliarden US-Dollar. Die Produktionsausbeute der neuen Chips ist noch zu gering, um profitabel zu arbeiten. Finanzchef David Zinsner rechnet frühestens Ende 2026 mit dem Erreichen der gewünschten Kostenschwelle.

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Um die Auslastung der Fabriken zu erhöhen, vollzieht Intel nun einen strategischen Kurswechsel. Ursprünglich exklusiv für eigene Produkte geplant, öffnet der Konzern den 18A-Prozess nun auch für externe Kunden. Erste Interessenten haben sich laut Zinsner bereits gemeldet. Das ist dringend nötig, denn auch der nächste technologische Schritt, der 14A-Knoten, hängt maßgeblich von großen Fremdaufträgen ab. Ohne externe Einnahmen in großem Maßstab könnte dieses Projekt verlangsamt oder gar gestrichen werden.

Rückenwind an der Börse

Anleger honorieren die Sanierungsbemühungen der vergangenen Monate. Bei einem aktuellen Kurs von 38,53 Euro verzeichnet das Papier auf Sicht von zwölf Monaten ein starkes Plus von knapp 74 Prozent. Neben den internen Fortschritten profitiert Intel von geopolitischen Spannungen. Die Sorge vor einer Abhängigkeit von taiwanesischen Chipfabriken treibt Investoren gezielt zu US-amerikanischen Alternativen. Analysten bleiben angesichts der andauernden Milliardenverluste in der Fertigung dennoch vorsichtig und stufen die Papiere mehrheitlich auf „Halten“ ein.

Das laufende Jahr steht für Intel ganz im Zeichen der operativen Umsetzung. CEO Tan peilt eine spürbare Rückkehr zum Wachstum für das Jahr 2027 an. Bis dahin müssen die neuen Fertigungsprozesse kommerzielle Erfolge und externe Kunden liefern. Auf Führungsebene wird dieser Weg ab Mai 2026 von Craig H. Barratt begleitet, der den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden übernimmt.

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Diskussion zu Intel

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.