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Intel Aktie: Starker Lauf

Intels Aktie profitiert von einer knappen Server-CPU-Versorgung, Fortschritten im Foundry-Geschäft und Spekulationen über eine Partnerschaft mit Apple.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • KeyBanc stuft Intel auf 'Overweight' hoch
  • Server-CPUs für 2026 nahezu ausverkauft
  • Apple als möglicher Foundry-Kunde im Gespräch
  • Q4-Zahlen sollen Nachfrageimpulse bestätigen

Die Intel-Aktie hat sich in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdoppelt und ist vom Sanierungsfall zum Momentum-Wert geworden. Heute legte der Titel erneut deutlich zu, getrieben von einem Analystenupgrade und Berichten über eine äußerst knappe Versorgung mit Server-CPUs. Im Zentrum stehen dabei die Fortschritte im Foundry-Geschäft und mögliche Aufträge von Apple.

Analysten-Upgrade und knappe Server-Kapazitäten

KeyBanc Capital Markets hat die Aktie Anfang der Woche auf „Overweight“ hochgestuft und ein Kursziel von 60 US-Dollar gesetzt. Analyst John Vinh verweist auf stark steigende Nachfrage nach Prozessoren für KI-Rechenzentren und deutliche Fortschritte beim Umbau der Fertigung.

Seine Überprüfung der Lieferkette kommt zu einem klaren Ergebnis: Intel ist bei Server-CPUs für das laufende Jahr nahezu ausverkauft. Vor diesem Hintergrund könnte der Konzern die Preise für seine Server-Prozessoren um 10 bis 15 % anheben, da große Cloud-Anbieter sich Kapazitäten für den Ausbau ihrer KI-Infrastruktur sichern wollen.

Mögliche Apple-Partnerschaft als Kurstreiber

Für besonders viel Aufmerksamkeit sorgt ein möglicher Einstieg von Apple als Foundry-Kunde. Laut Vinhs Recherchen in asiatischen Lieferketten plant Apple, Intels kommende 18A-P-Technologie zur Fertigung von Einsteiger-PC-Chips für Macs und iPads zu nutzen. Das wäre der erste große Design-Erfolg im noch jungen Foundry-Geschäft.

Im Detail berichtet der Analyst:
– Apple verhandelt demnach über den Einsatz des künftigen 14A-Prozesses für Einsteiger-iPhone-Chips ab 2029
– Die Ausbeute (Yield) von Intels 18A-Fertigung liegt inzwischen bei über 60 %
– Intel positioniert sich als weltweite Nummer zwei im Auftragsfertigungsgeschäft hinter TSMC

Damit unterstreicht der Konzern seinen Anspruch, sich als Alternative zu TSMC im High-End-Segment der Chipproduktion zu etablieren.

Treiber hinter der 150%-Rally

Die Kursrally der vergangenen zwölf Monate fußt auf mehreren fundamentalen und strategischen Faktoren:

  • Finanzielle Wende: Unter dem neuen CEO Lip-Bu Tan wurden aggressive Kostensenkungen umgesetzt, Q3 2025 kehrte Intel in die Profitabilität zurück und stoppte damit einen jahrelangen Rückgang.
  • Fortschritte im Foundry-Bereich: Die Erträge des 18A-Prozesses verbessern sich, noch in diesem Monat sollen Panther-Lake-Chips ausgeliefert werden.
  • Staatliche Unterstützung: Das US-Handelsministerium wandelte im August 2025 milliardenschwere Zuschüsse in eine direkte Beteiligung von 9,9 % an Intel um.
  • Nvidia-Beteiligung: Eine Investition von 5 Mrd. US-Dollar durch Nvidia im September 2025 wertet viele Beobachter als Bestätigung des Comebacks der Intel-Fertigung.
  • Wachstum im AI-PC-Markt: Die neuen Core-Ultra-Prozessoren treiben einen Hardware-Erneuerungszyklus im PC-Geschäft an.

Diese Punkte haben die Wahrnehmung am Markt von einer reinen Turnaround-Story hin zu einem Wachstumstitel verschoben.

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Q4-Zahlen rücken näher

Die Zahlen zum vierten Quartal und zum Gesamtjahr 2025 werden am kommenden Donnerstag vorgelegt. Analysten prognostizieren für Q4 einen Gewinn von 0,08 US-Dollar je Aktie bei Erlösen von 13,37 Mrd. US-Dollar. Intel selbst hat eine Ergebnisprognose von 0,08 US-Dollar je Aktie abgegeben.

Der Bericht dürfte zeigen, in welchem Ausmaß sich die beschriebenen Nachfrageimpulse und Effizienzmaßnahmen bereits in den Zahlen widerspiegeln.

Bewertungsniveau und Analystenbild

Trotz der Rally ist die Einschätzung der Wall Street uneinheitlich. Laut Daten von MarketBeat liegt das durchschnittliche Votum bei „Reduce“ mit einem Konsens-Kursziel von 37,41 US-Dollar und damit klar unter dem aktuellen Kursniveau.

Einige Häuser haben jedoch nachgezogen: UBS erhöhte das Kursziel jüngst auf 49 US-Dollar und blieb bei „Neutral“, Benchmark setzte das Ziel auf 50 US-Dollar mit einer „Buy“-Einschätzung.

Parallel dazu hat sich die Bewertung deutlich ausgeweitet. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (P/S) ist um 171 % gestiegen, obwohl die Erlöse im Jahresvergleich um 1,5 % zurückgingen. Der Markt preist damit klar künftiges Wachstum und die Foundry-Perspektive ein, weniger die aktuellen Kennzahlen.

Engpass bei TSMC als Chance für Intel

Intel profitiert derzeit von Kapazitätsengpässen bei TSMC, dem größten Auftragsfertiger der Welt. Berichten zufolge signalisiert TSMC wichtigen KI-Kunden wie Nvidia, dass die verfügbaren Kapazitäten vollständig ausgelastet sind. Diese Knappheit lenkt Nachfrage in Richtung Intels Foundry- und CPU-Geschäft und stärkt kurzfristig sowohl Umsatzpotenzial als auch Preissetzungsmacht.

Gleichzeitig prägen „Sovereign AI“ und die Rückverlagerung von Produktion das Branchenbild 2026. Immer mehr Staaten fördern heimische Fertigung, um die Abhängigkeit von Taiwan zu verringern. Davon profitieren insbesondere die US-Fabs von Intel. Parallel sorgt der AI-PC-Zyklus für einen deutlichen Erneuerungsimpuls im PC-Markt und stützt die Entwicklung im Client Computing Segment.

Die bevorstehenden Q4-Zahlen und weitere Details zum Foundry-Geschäft werden in der kommenden Woche Hinweise liefern, wie nachhaltig diese Rückenwinde für Intel ausfallen.

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Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

Dr. Sasse spezialisiert sich auf die verständliche Aufbereitung komplexer ökonomischer Zusammenhänge und die praktische Anwendung von Investmentstrategien für die Altersvorsorge. Sein Ansatz kombiniert theoretisches Wissen mit klarem Praxisbezug, um Lesern Orientierung in einem dynamischen Marktumfeld zu bieten.

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