Die Intel-Aktie hat die Woche mit einem markanten Kurssprung beendet. Nach einem Treffen von CEO Lip-Bu Tan mit US-Präsident Donald Trump zog der Kurs deutlich an. Parallel dazu untermauert Intel seine Turnaround-Story mit technologischen Fortschritten beim neuen 18A-Fertigungsprozess und frischem Rückenwind von Analysten und strategischen Investoren. Reicht diese Kombination, um die hohen Erwartungen vor den anstehenden Quartalszahlen zu tragen?
Kurssprung nach Trump-Lob
Trump berichtete am Donnerstagabend auf Truth Social über ein Treffen mit Intel-Chef Lip-Bu Tan und sprach von einem „großartigen Deal“ für beide Seiten. Er betonte erneut das Ziel, führende Chipproduktion in die USA zurückzuholen und stellte Intel in diesen Kontext.
Die Reaktion an der Börse folgte umgehend:
- Kursplus am Freitag: +10,8 % auf 45,55 US-Dollar
- Größter Tagesanstieg seit September 2025
- Neues 52-Wochen-Hoch bei 45,73 US-Dollar
- Handelsvolumen: über 185 Millionen Aktien (mehr als doppelt so viel wie das Durchschnittsvolumen von rund 90 Millionen)
Der Kurssprung verstärkte den positiven Trend der vergangenen Monate und machte die politische Unterstützung für Intels US-Fertigungspläne deutlich sichtbar.
Staatseinstieg im Gewinn
Für die US-Regierung erweist sich das Engagement als lukrativ. Die Trump-Administration war im August 2025 zu rund 20 US-Dollar je Aktie bei Intel eingestiegen. Auf Basis des Schlusskurses von 45,55 US-Dollar hat sich der Wert dieser Beteiligung mehr als verdoppelt.
Laut Bloomberg liegt der aktuelle Marktwert des staatlichen Anteils bei über 11 Milliarden US-Dollar. Je nach weiterer Ausgestaltung künftiger Vereinbarungen könnte der Gesamtwert des Pakets auf bis zu 27,7 Milliarden US-Dollar steigen.
18A: Technologischer Meilenstein
Der politische Rückenwind traf auf eine inhaltlich starke Woche. Zu Beginn der Woche präsentierte Intel auf der CES 2026 seine neuen Core Ultra Series 3 Prozessoren („Panther Lake“). Es handelt sich um die ersten Chips, die mit dem 18A-Prozess gefertigt werden – der derzeit fortschrittlichsten Halbleiterproduktionstechnologie in den USA.
Der 18A-Knoten ist zentral für Intels Turnaround-Strategie. Die Technologie wurde in den Forschungszentren in Hillsboro, Oregon, entwickelt und setzt auf:
- RibbonFET Gate-all-around-Transistoren
- PowerVia-Stromversorgung über die Rückseite des Wafers
Diese Innovationen sollen helfen, den Abstand zu Branchenprimus TSMC zu verringern. Intel hat Ende 2025 wie angekündigt mit der Auslieferung von 18A-Produkten begonnen. Ab dem 27. Januar 2026 sollen Endkunden-Geräte verfügbar sein. Nach Unternehmensangaben ist der Einsatz in mehr als 200 Notebook- und Fahrzeugdesigns globaler Partner geplant.
Analystenstimmen und Bewertung
Aufstufung stützt Momentum
Zusätzlichen Rückenwind gab es von der Analystenseite. Melius Research stufte die Aktie am 5. Januar 2026 von „Hold“ auf „Buy“ hoch und setzte ein Kursziel von 50 US-Dollar.
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Analyst Ben Reitzes:
- bezeichnete jüngste Sorgen über Nvidias Zufriedenheit mit dem 18A-Prozess als „veraltete Informationen“
- verwies auf das Potenzial, dass sowohl Nvidia als auch Apple Intels nächsten Fertigungsknoten 14A für eine Produktion ab 2028/2029 prüfen könnten
- hob die starke Vernetzung von CEO Lip-Bu Tan mit zentralen Branchen- und Politikakteuren hervor, darunter Trump, US-Handelsminister Howard Lutnick, Nvidia-Chef Jensen Huang und AMD-Chefin Lisa Su
Konsens weiter vorsichtig
Trotz einzelner positiver Stimmen bleibt das Analystenbild gemischt. Unter 36 Experten, die die Aktie abdecken, lautet die Konsensbewertung „Reduce“:
- 8 Verkaufsempfehlungen
- 24 Halteempfehlungen
- 4 Kaufempfehlungen
Das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel liegt bei 35,88 US-Dollar und damit unter dem aktuellen Kursniveau. Ein Teil der Analysten signalisiert damit Skepsis, ob die jüngliche Rally fundamental bereits vollständig hinterlegt ist.
Strategische Investoren und Partnerschaften
Milliardenkapital als Puffer
Der Umbau von Intel wird durch umfangreiche externe Investitionen abgesichert. Nvidia schloss am 26. Dezember 2025 den Kauf eines Beteiligungspakets im Volumen von 5 Milliarden US-Dollar ab. Die Kalifornier erwarben 214,8 Millionen Intel-Aktien zu 23,28 US-Dollar je Stück.
Zusammen mit dem Engagement der US-Regierung und einer früheren 2-Milliarden-US-Dollar-Beteiligung von SoftBank summiert sich das strategische Kapital für Intel auf rund 16 Milliarden US-Dollar. Diese Mittel verschaffen dem Konzern zusätzlichen Spielraum für den Ausbau der Fertigung und den technologischen Umbau.
Technische Kooperation mit Nvidia
Die Partnerschaft mit Nvidia geht deutlich über eine reine Finanzbeteiligung hinaus. Beide Unternehmen haben vereinbart, gemeinsam:
- maßgeschneiderte Rechenzentrums-CPUs
- PC-Produkte auf Basis von Intels x86-Architektur
zu entwickeln, in die Nvidias KI- und Beschleuniger-Technologien integriert werden sollen. Damit positioniert sich Intel nicht nur als Hersteller eigener Chips, sondern auch als Fertigungs- und Technologiepartner für einen der wichtigsten Akteure im KI-Segment.
Ausblick: Zahlen und Bewertung
Intel legt am Donnerstag, den 22. Januar 2026, nach Handelsschluss die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vor. Der Konzern stellt in Aussicht:
- Q4-Gewinn je Aktie (EPS): 0,08 US-Dollar (minus 38,5 % gegenüber dem Vorjahr)
- Umsatz: 12,8 bis 13,8 Milliarden US-Dollar (Mitte der Spanne: 13,3 Milliarden)
Operativ zeigen die jüngsten Daten bereits Fortschritte. Im dritten Quartal 2025:
- sanken die operativen Aufwendungen auf 4,535 Milliarden US-Dollar (Vorjahr: 11,054 Milliarden)
- drehte das Nettoergebnis von einem Verlust von 16,6 Milliarden US-Dollar auf einen Gewinn von 4,1 Milliarden US-Dollar (zuzurechnend Intel)
An der Börse spiegelt sich der Optimismus deutlich wider: Die Aktie liegt seit Jahresbeginn 23 % im Plus, auf Sicht von zwölf Monaten beträgt das Plus 129 %. Das KGV auf Basis der vergangenen Gewinne ist auf über 750 gestiegen und signalisiert, dass der Markt vor allem auf eine Renaissance von Intels Fertigungs- und Technologieplattform setzt, nicht auf die aktuelle Ertragslage.
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