Intel verliert heute 4,4% im Umfeld eines stärkeren Wachstumsbilds bei AMD. Reuters hebt den Kontrast hervor: Während der Wettbewerber von künstlicher Intelligenz und Serverprozessoren profitiert, belasten Intels Abhängigkeit vom PC-Markt und das vergleichsweise begrenzte KI-Geschäft die Einschätzung. Damit erhält die anhaltende Verkaufswelle nach Intels Quartalsausblick zusätzliche Nahrung.
Für Anleger geht es nicht allein um die Schwäche des PC-Geschäfts. Der Vergleich mit AMD verdeutlicht vielmehr, dass die Unternehmen unterschiedlich stark an den Wachstumstreibern des Chipmarkts teilhaben. Gute Branchennachrichten sind deshalb nicht automatisch gute Nachrichten für Intel.
AMD setzt einen stärkeren Wachstumskontrast
AMD stellte gestern für 2027 ein Umsatzwachstum von mehr als 80% in Aussicht. Reuters wertete die Prognose und die Quartalszahlen als deutlichen Gegenpol zu den Sorgen nach Intels schwachem Ausblick.
Dieser Gegensatz verschärft die zentrale Frage für Intel: Wie viel trägt das bisherige Wachstum, wenn das Unternehmen zugleich eine länger anhaltende PC-Schwäche erwartet? Die jüngsten Geschäftszahlen dokumentieren Fortschritte. Der Ausblick setzt ihrer Fortsetzung jedoch Grenzen.
Intel meldete am 29. Oktober für das dritte Quartal 2026 einen Umsatz von 16,5 Milliarden $. Das entsprach einem Zuwachs von 21% gegenüber dem Vorjahr.
Das Umsatzplus konnte die Bedenken über die weitere Geschäftsentwicklung nicht ausräumen. Als Treiber des anhaltenden Abverkaufs gelten die Prognose für das Schlussquartal und die Warnung vor einer fortdauernden PC-Flaute.
Intel erwartet weniger Umsatz im Schlussquartal
Für das vierte Quartal 2026 rechnet Intel mit Erlösen zwischen 15,0 Milliarden $ und 16,0 Milliarden $. Damit liegt selbst das obere Ende der Spanne unter dem Umsatz des vorangegangenen Quartals.
Auch beim bereinigten Ergebnis signalisiert der Ausblick einen Rückgang. Die Umsatzentwicklung allein erklärt die Zurückhaltung gegenüber der Aktie daher nicht.
Nach einem bereinigten Gewinn je Aktie von 0,52 $ im dritten Quartal 2026 erwartet Intel für das anschließende Schlussquartal 0,25 $. Zudem könnte die PC-Abschwächung nach Unternehmensangaben mindestens bis durch das erste Halbjahr 2027 anhalten.
Herabstufung benennt weitere Belastungen
Die Bank of America stufte Intel am Freitag von „Kaufen“ auf „Neutral“ herab. Das Kursziel senkte sie von 145 $ auf 100 $.
Zur Begründung verwies das Haus auf die PC-Schwäche, Lieferengpässe und unzureichende Fortschritte bei externen Foundry-Kunden. Die Kritik reicht damit über die kurzfristige Nachfrage hinaus.
Intels Bewertungsproblem besteht folglich aus mehreren Teilen: einem schwächeren Umsatzausblick, nachlassender bereinigter Ertragskraft und offenen Fragen im Geschäft mit externen Fertigungskunden. AMDs Wachstumsprognose macht diese Herausforderungen sichtbarer, löst sie für Intel aber nicht.
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