Startseite » News zu Unternehmen » Analystenstimmen » Intel Aktie: Lieferprobleme belasten

Intel Aktie: Lieferprobleme belasten

Intel übertrifft Quartalsziele, prognostiziert jedoch für Q1 2026 einen Verlust. Grund sind akute Lieferprobleme und niedrige Ausbeuten in der neuen Fertigung, die trotz intakter Nachfrage den Umsatz dämpfen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gewinn im Q4 deutlich über Analystenerwartungen
  • Schwache Prognose für das erste Quartal 2026
  • Akute interne Lieferengpässe belasten Produktion
  • Erste Produkte auf neuem 18A-Prozess gestartet

Intel liefert ordentliche Zahlen – und wird an der Börse trotzdem abgestraft. Der Grund liegt nicht im vergangenen Quartal, sondern im Blick nach vorn: Ausgerechnet in einer Phase technologischer Weichenstellungen kommt der Konzern bei der Produktion an seine Grenzen. Entscheidend ist nun, wie schnell Intel seine Liefer- und Ausbeuteprobleme in den Griff bekommt.

Schwache Prognose trotz Gewinnplus

Auslöser des jüngsten Ausverkaufs waren die Zahlen zum vierten Quartal und vor allem der Ausblick auf das laufende Jahr. Operativ lief es zum Jahresende besser als erwartet: Der Gewinn je Aktie lag mit 0,15 US‑Dollar deutlich über der Analystenkonsensschätzung von 0,08 US‑Dollar. Der Umsatz im vierten Quartal 2025 belief sich auf 13,7 Milliarden US‑Dollar, was einem Rückgang von 4 % im Jahresvergleich entspricht.

An der Börse standen trotzdem die Warnsignale auf Rot. Entscheidend war die Prognose für das erste Quartal 2026: Das Management stellt nur 11,7 bis 12,7 Milliarden US‑Dollar Umsatz in Aussicht – klar unter den bisherigen Markterwartungen. Noch schwerer wiegt die Gewinnseite: Intel rechnet mit einem GAAP-Verlust von 0,21 US‑Dollar je Aktie und damit mit einem klaren Rückschritt nach dem Gewinn im Schlussquartal 2025.

Der deutliche Stimmungsumschwung nach der Prognose zeigt sich im Kursbild: Nach kräftigen Verlusten infolge der Zahlenvorlage liegt die Aktie aktuell bei 44,26 US‑Dollar, was trotz der Erholung der letzten Tage immer noch spürbar unter dem jüngsten 52‑Wochen-Hoch von 54,29 US‑Dollar liegt.

„Akute“ Engpässe in der Produktion

Im Zentrum der Sorgen steht weniger die Nachfrage als die Lieferfähigkeit. Finanzchef David Zinsner sprach im Rahmen der Telefonkonferenz von „akuten internen Lieferengpässen“. Zwar laufen die Fertigungswerke demnach nahezu auf Volllast, doch die Ausbeute – also der Anteil nutzbarer Chips pro Wafer – reicht derzeit nicht aus, um die Bestellungen der Kunden vollständig zu bedienen.

Diese Engpässe kommen zu einem heiklen Zeitpunkt. Intel fährt seine neuen, fortschrittlichen Fertigungsstufen hoch und will sich damit technologisch neu positionieren. CEO Lip-Bu Tan verwies auf einen wichtigen Meilenstein: Die ersten Produkte auf Basis des Intel‑18A‑Prozesses sind gestartet. Kurzfristig zwingt die Kombination aus Anlaufphase, technischen Herausforderungen und hoher Nachfrage den Konzern jedoch zu einer deutlichen Reduzierung der Zielvorgaben.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Intel?

Im Kern bedeutet das: Intel sitzt auf einem Markt mit intaktem Bedarf, kann diesen aber aktuell nicht im gewünschten Umfang bedienen. Genau diese Lücke zwischen Nachfrage und Lieferfähigkeit ist es, die den Ausblick belastet und den erwarteten Verlust im ersten Quartal 2026 erklärt.

Management setzt auf Execution

Aus Sicht der Unternehmensführung liegt das Problem ausdrücklich nicht auf der Nachfrageseite. „Unsere Überzeugung von der zentralen Rolle der CPUs im KI‑Zeitalter wächst weiter“, betonte CEO Lip-Bu Tan. Damit unterstreicht er, dass Intel sich in einem strukturell attraktiven Markt wähnt – vor allem mit Blick auf Rechenzentren und KI‑Anwendungen, in denen klassische Prozessoren weiterhin eine Schlüsselrolle spielen sollen.

Gleichzeitig räumte Tan ein, dass Intel seine Umsetzung schärfen müsse. Konkret geht es darum, die eigenen technischen Standards wieder zu erhöhen, Prozessausbeuten zu verbessern und die neue Fertigung schneller zu stabilisieren. Der Markt reagierte darauf mit Skepsis: Anleger zweifeln offenbar daran, dass die Liefer- und Ausbeuteprobleme kurzfristig gelöst werden können.

Damit rückt die Produktionsseite in den Mittelpunkt der nächsten Quartale. Gelingt es Intel, die internen Engpässe zu entschärfen und die Ausbeute auf den neuen Fertigungsstufen zu stabilisieren, könnte sich der aktuell belastende Ausblick schrittweise aufhellen. Bleiben die Probleme jedoch bestehen, drohen weitere Abstriche bei Umsatz und Ergebnis – trotz grundsätzlich vorhandener Nachfrage.

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Q4 2025 Umsatz: 13,7 Mrd. US‑Dollar (‑4 % gegenüber Vorjahr)
  • Q4 2025 EPS: 0,15 US‑Dollar (über Konsens von 0,08 US‑Dollar)
  • Prognose Q1 2026: Umsatz 11,7–12,7 Mrd. US‑Dollar, GAAP-Verlust von 0,21 US‑Dollar je Aktie
  • Haupttreiber der Schwäche: Interne Lieferengpässe und Ausbeuteprobleme
  • Strategischer Meilenstein: Erste Produkte auf Intel‑18A‑Prozess gestartet

Ausblick auf die nächsten Quartale

In den kommenden Quartalen wird sich zeigen, wie belastbar Intels Fertigungsstrategie tatsächlich ist. Kurzfristig steht die Stabilisierung der Produktion im Vordergrund: Entscheidend wird sein, ob der Konzern die „akuten“ Lieferengpässe entschärfen und die Ausbeute auf den neuen Nodes deutlich verbessern kann. Gelingt das, hat Intel die Chance, den aktuell schwachen Ausblick zu drehen und die Lücke zwischen Nachfrage und Lieferfähigkeit zu schließen; bleibt der Fortschritt aus, dürfte der Druck auf Umsatz und Ergebnis anhalten.

Anzeige

Intel-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Intel-Analyse vom 27. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Intel-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Intel-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Intel: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.

Weitere Nachrichten zu Intel