Starkes Quartal, schwacher Ausblick: Intel überzeugt bei Gewinn und Rechenzentren, enttäuscht aber mit der Prognose für das Schlussquartal. Nachbörslich verlor die Aktie zeitweise rund 23 Prozent. Der Grund liegt vor allem im PC-Geschäft, das unter höheren Speicherkosten und schwächerer Nachfrage leidet.
Server stark, PC schwach
Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 21 Prozent auf 16,5 Milliarden Euro. Genauer: Es waren 16,5 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,52 Dollar. Finanzchef David Zinsner sprach von der stärksten Wachstumsrate im Rechenzentrumsgeschäft seit 15 Jahren. Dennoch blieb der Umsatz hinter den Markterwartungen zurück.
Die Prognose fiel schwächer aus als erhofft. Für das vierte Quartal peilt Intel 15,0 bis 16,0 Milliarden Dollar Umsatz an. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bei 0,25 Dollar liegen.
Das Management rechnet damit, dass die PC-Flaute mindestens bis zur ersten Jahreshälfte 2027 anhält. Eine Speicherchip-Knappheit treibt die Kosten, steigende Preise dämpfen die Verbrauchernachfrage. Auch die PC-Hersteller HP und Dell gaben nachbörslich deutlich nach.
Explosion in Israel kostet Umsatz
Hinzu kommt ein Zwischenfall in Israel. Eine Explosion in einer Fabrik legte die Produktion für zwei Wochen lahm. Intel beziffert den Umsatzausfall über zwei Quartale auf etwa 600 Millionen Dollar.
Der Rückschlag erfasste den gesamten Chipsektor. AMD verlor nachbörslich rund 4 Prozent, Broadcom 2 Prozent. Einige Marktteilnehmer halten die PC-Probleme allerdings nicht für ein Signal für Hersteller mit stärkerem KI-Fokus. Ein Händler sprach von einem Spillover negativer Stimmung.
Hohe Erwartungen, dünne Luft
Der Kursrutsch trifft eine Aktie mit starkem Lauf. Ein Vermögensverwalter beschrieb Intel als „Einhorn“ im Techsektor, in das viel Privatgeld geflossen sei. Ein Teil davon sei „easy come, easy go“. Der Halbleiterindex SOX liegt zudem bereits 13 Prozent unter seinem Oktober-Hoch.
Konzernchef Lip-Bu Tan hält die Nachfrage nach Xeon-Prozessoren für außergewöhnlich. Priorität habe, zusätzliche Fertigungskapazität freizuschalten. Rückenwind liefern eine mehrjährige Kooperation mit Oracle und die vollzogene Kapitalerhöhung über 23 Milliarden Dollar, die die Bilanz stützt.
Heute Nachmittag zeigt sich im regulären US-Handel, ob der nachbörsliche Abschlag von zuletzt rund 23 Prozent Bestand hat. Der Schlusskurs am Donnerstag lag bei 92,07 Dollar.
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