Der Start in das Börsenjahr 2026 hätte für Intel kaum besser laufen können. Getrieben von einem massiven Vertrauensbeweis durch Nvidia und einem operativen Durchbruch in der Fertigung kletterte die Aktie am ersten Handelstag deutlich nach oben. Während das Handelsvolumen explodiert und Anleger auf ein Comeback des Chip-Riesen setzen, mahnen Analysten jedoch zur Vorsicht: Die fundamentale Bewertung hinkt der Euphorie noch hinterher.
Milliarden-Spritze vom Marktführer
Der entscheidende Treibstoff für den jüngsten Kursanstieg ist eine strategische Partnerschaft, die das Kräfteverhältnis im Chipsektor neu ordnen könnte. Berichten zufolge finalisierte Nvidia am 2. Januar eine Investition in Höhe von 5 Milliarden US-Dollar in Intel. Dieser Deal umfasst eine Kapitalbeteiligung von rund 4 Prozent sowie die Sicherung wichtiger Kapazitäten im Bereich „Advanced Packaging“ für Nvidias KI-Chips.
Für Investoren ist dies das lang ersehnte Signal, dass Intels „IDM 2.0“-Strategie greift. Zwar lässt Nvidia seine Chips noch nicht über Intels 18A-Knoten fertigen, doch die Nutzung der Packaging-Technologie validiert Intel als unverzichtbaren Partner in der KI-Lieferkette. Der Markt interpretiert diesen Schritt als ersten großen Erfolg bei der Akquise von Tier-1-Kunden für das Foundry-Geschäft.
Meilenstein in Arizona erreicht
Parallel zur finanziellen Rückendeckung meldete der Konzern einen operativen Durchbruch: In der „Fab 52“ in Arizona ist die Serienproduktion (High-Volume Production) der 18A-Prozesstechnologie angelaufen. Damit werden erstmals Halbleiter im Sub-2-Nanometer-Bereich erfolgreich auf US-Boden gefertigt.
Die technischen Daten unterstreichen die Bedeutung dieses Schritts:
* Technologie: Einsatz von RibbonFET und PowerVia für höhere Effizienz.
* Ausbeute: Die Yield-Raten liegen bereits bei 55 bis 65 Prozent – ein solider Wert für den Produktionsstart.
* Interesse: Tech-Giganten wie Microsoft und Amazon testen den Knoten weiterhin für ihre eigenen KI-Beschleuniger.
Diese Nachricht beendete die Unsicherheit der letzten Monate und sorgte am Freitag für einen Schlusskurs von 39,66 USD, was einem Tagesplus von knapp 7,5 Prozent entspricht. Die Aktie notiert damit direkt am neuen 52-Wochen-Hoch.
CES-Vorstellung trifft auf Analysten-Skepsis
Die Euphorie trifft nun auf einen ersten Realitätscheck. Auf der kommende Woche startenden CES in Las Vegas wird Intel die neuen „Panther Lake“-Prozessoren vorstellen, die ersten Consumer-Chips aus der neuen 18A-Fertigung. Investoren erwarten hier den Beweis, dass Intel auch im Laptop-Segment wieder Boden gegen AMD und Qualcomm gutmachen kann.
Professionelle Marktbeobachter bleiben trotz der Rallye skeptisch. Die durchschnittlichen Kursziele liegen mit rund 32 USD deutlich unter dem aktuellen Niveau, was ein Rückschlagrisiko von fast 20 Prozent impliziert. Bewertungsmethoden, die den fairen Wert bei etwa 21,55 USD sehen, deuten darauf hin, dass der Markt aktuell viel Zukunftsmusik einpreist, die Intel erst noch liefern muss.
Der weitere Kursverlauf dürfte maßgeblich von der CES-Präsentation ab dem 6. Januar abhängen. Sollten die Leistungsdaten der neuen Prozessoren die hohen Erwartungen der Fertigungs-News bestätigen, könnte sich der Boden für die jüngste Rallye festigen – enttäuscht die Präsentation, droht angesichts der Bewertungsdiskrepanz eine schnelle Korrektur.
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