Intel holt zum Gegenschlag aus. Lange sah der Chip-Gigant im Schatten des Konkurrenten Nvidia blass aus, doch nun meldet der Konzern gleich zwei strategische Partnerschaften binnen weniger Tage. Mit einem klaren Fokus auf KI-Infrastruktur und 6G will der erst kürzlich ernannte CEO Lip-Bu Tan das Ruder herumreißen und verlorenes Terrain im Rechenzentrum zurückgewinnen.
Allianz für das Netz der Zukunft
Auf dem Mobile World Congress in Barcelona verkündeten Intel und Ericsson eine weitreichende Kooperation. Das Ziel ist die Entwicklung einer „AI-native“ 6G-Infrastruktur. Künstliche Intelligenz soll hierbei nicht mehr nur als Zusatz dienen, sondern das fundamentale Element der Netzwerke bilden.
Für Intel ist dies ein strategisch wichtiger Schritt, um sich im Telekommunikationsmarkt gegen die GPU-Dominanz von Nvidia zu behaupten. Der Fokus liegt dabei auf Energieeffizienz – einem Bereich, in dem Intel seine klassischen CPU-Stärken gegenüber den oft stromhungrigen KI-Beschleunigern der Konkurrenz ausspielen möchte. Erste 6G-Testumgebungen werden für Ende 2027 erwartet.
Wichtiger Schachzug im Enterprise-Segment
Fast zeitgleich sicherte sich der Konzern Zugang zu kritischer KI-Technologie durch eine Beteiligung am Startup SambaNova. Entgegen früheren Spekulationen über eine Komplettübernahme entschied sich Intel für ein strategisches Investment im Rahmen einer 350-Millionen-Dollar-Finanzierungsrunde.
Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 wollen beide Unternehmen gemeinsame Serversysteme anbieten, die Intel Xeon-Prozessoren mit den KI-Beschleunigern von SambaNova kombinieren. Dieser Deal ermöglicht Intel den sofortigen Zugriff auf eine funktionierende KI-Gesamtlösung („Full-Stack“), ohne Jahre in die interne Entwicklung investieren zu müssen. Dies stärkt die Position im Wettbewerb um Unternehmenskunden, die nach Alternativen zu den etablierten Anbietern suchen.
Comeback der klassischen CPU?
Die fundamentalen Daten zeigen, warum dieser Wandel nötig ist. Der Umsatz der Sparte „Data Center and AI“ lag 2025 mit 16,9 Milliarden US-Dollar noch deutlich unter dem Spitzenwert von 2021 (22,7 Milliarden US-Dollar). Doch es gibt Lichtblicke: Die Nachfrage nach CPU-basierten Servern zieht an, da KI-Anwendungen zunehmend vom reinen Training zur praktischen Ausführung („Inference“) übergehen – ein Bereich, der klassische Rechenleistung erfordert.
Der Markt honoriert die Neuausrichtung bereits. Die Aktie konnte auf Sicht von zwölf Monaten um über 74 Prozent zulegen, wenngleich der Titel kurzfristig konsolidierte und auf Wochensicht rund 3,5 Prozent verlor.
Führungswechsel sorgt für Unruhe
Trotz der offensiven Strategie bleiben operative Risiken bestehen. Mitten in der Transformation verlässt der Leiter der Foundry-Sparte das Unternehmen in Richtung Qualcomm. Dies wirft Fragen zur Umsetzung der ehrgeizigen Fertigungspläne auf, die eigentlich das Rückgrat der neuen Intel-Strategie bilden sollen.
Intel prognostiziert für das erste Quartal 2026 einen Umsatz zwischen 11,7 und 12,7 Milliarden US-Dollar. Mit dem Hochlauf der Produktion für die neuen Panther-Lake-Chips und den geschlossenen Partnerschaften hat der Konzern das Fundament gelegt. Entscheidend für die Nachhaltigkeit der jüngsten Kursgewinne wird nun sein, wie reibungslos die Integration der SambaNova-Technologie und die Entwicklung der 6G-Standards im laufenden Jahr gelingen.
Intel-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Intel-Analyse vom 3. März liefert die Antwort:
Die neusten Intel-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Intel-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 3. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Intel: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
