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Intel Aktie: KI-Offensive mit SambaNova

Intel beteiligt sich an SambaNova, um KI-Systemlösungen anzubieten, während ein Führungswechsel in der Foundry-Sparte Fragen aufwirft. Die Aktie zeigt starke Jahresperformance.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Strategische Allianz statt Übernahme des KI-Chip-Entwicklers
  • Gemeinsame Systeme treten gegen Nvidias B200 an
  • Wechsel des Foundry-Chefs zu Qualcomm sorgt für Unruhe
  • Aktie legt innerhalb eines Jahres 92 Prozent zu

Intel steigt mit 350 Millionen Dollar bei SambaNova ein und schmiedet eine strategische Partnerschaft, die den Halbleiter-Riesen im Markt für Agentic AI positionieren soll. Zeitgleich verlässt ein Spitzenmanager die Foundry-Sparte – ausgerechnet in Richtung Qualcomm. Stärke oder Schwäche?

Partnerschaft statt Übernahme

Anders als zunächst kolportiert, übernimmt Intel den KI-Chip-Entwickler SambaNova nicht für rund 1,6 Milliarden Dollar. Stattdessen beteiligt sich der Konzern an der 350-Millionen-Dollar-Finanzierungsrunde und geht eine mehrjährige Kooperation ein.

Das Kalkül dahinter: SambaNova kombiniert seine KI-Beschleuniger-Chips mit Intels Xeon-Prozessoren und Netzwerk-Hardware zu kompletten Systemlösungen für Unternehmenskunden und Rechenzentren. Die ersten SambaRack-SN50-Systeme sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 verfügbar sein.

Angriff auf Nvidias Dominanz

SambaNovas neuer Flaggschiff-Chip, im Februar 2026 vorgestellt, tritt direkt gegen Nvidias B200 an. Das Versprechen: Fünffach schnellere Performance und ein Drittel der Gesamtbetriebskosten bei Inferenz-Workloads für sogenannte Agentic AI – KI-Systeme, die eigenständig mehrstufige Aufgaben lösen können.

Mit SoftBank als erstem Großkunden für die gemeinsame Infrastruktur in Japan zielt Intel auf ein wachsendes Marktsegment. Der Clou: Unternehmen erhalten eine GPU-Alternative aus einer Hand, inklusive Cloud-Anbindung und Vertrieb über Intels etablierte Kanäle.

Foundry unter Druck

Die Partnerschaft fällt zeitlich mit einem Führungswechsel zusammen, der Fragen aufwirft. Der Chef von Intel Foundry Services verlässt das Unternehmen in Richtung Qualcomm. Ausgerechnet in einer Phase, in der Intel seine Auftragsfertigung massiv ausbaut und auf externe Kunden angewiesen ist.

Das Timing ist heikel: Intel muss fremde Beschleuniger-Chips reibungslos mit der eigenen Hardware verzahnen und gleichzeitig bestehende Kapazitätsengpässe sowie Produktverzögerungen managen.

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Zwischen Hoffnung und Bewertung

Die Intel-Aktie notiert aktuell bei rund 45 Dollar und hat seit Jahresbeginn 16 Prozent zugelegt. Innerhalb eines Jahres steht ein Plus von 92 Prozent zu Buche. Zum Vergleich: Auf Fünf-Jahres-Sicht liegt das Papier 17 Prozent im Minus.

Der Konzern hat seine Kosten radikal gesenkt – von 11 Milliarden Dollar im dritten Quartal 2024 auf 4,5 Milliarden im Vergleichsquartal 2025. Die Rechenzentrum- und KI-Sparte steuerte 2025 allerdings nur 16,9 Milliarden Dollar bei, weit entfernt vom Peak von 26,1 Milliarden im Jahr 2020.

Interessant: Intel erwähnt sein eigenes Gaudi-Beschleuniger-Portfolio in der SambaNova-Ankündigung nicht. Berichten zufolge soll die Gaudi-Technologie künftig in Data-Center-GPUs der Jaguar-Shores-Serie aufgehen.

Staatshilfe als Rückenwind

Die US-Regierung hat Intel mit massiver Förderung im Rahmen des CHIPS Act gestützt. Das verändert die Risikobewertung für die kostspielige Foundry-Strategie. Investoren sehen Intel zunehmend als strategischen Infrastrukturpartner, nicht nur als Chip-Hersteller auf Margenjagd.

Die SambaNova-Allianz verschafft Intel Zugang zu einer fertigen Full-Stack-Lösung, deren interne Entwicklung Jahre gedauert hätte. Zudem können Unternehmen ihre Rechenzentren nun heterogen aufstellen – jenseits der üblichen Verdächtigen.

Der entscheidende Faktor bleibt die Umsetzung. Die Nachfrage nach Agentic-AI-Infrastruktur zieht an, doch schwere Investitionen und potenzielle Verwässerungen könnten den jüngsten Kursanstieg belasten. In den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob Intel die Partnerschaft profitabel umsetzen und die Foundry-Sparte stabilisieren kann.

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