Von 16,69 Euro auf über 100 Euro in weniger als einem Jahr — die Intel-Aktie hat sich in zwölf Monaten mehr als versechsfacht. Hinter dieser Bewegung steckt mehr als Euphorie: Der Chipkonzern kombiniert Fertigungsfortschritte mit einer offensiven KI-Akquisitionsstrategie.
Zwei Milliarden-Deals in der Pipeline
Intel verhandelt offenbar parallel mit zwei KI-Startups über milliardenschwere Übernahmen. Beim ersten Kandidaten handelt es sich um Tenstorrent, einen KI-Chiphersteller mit einer aktuellen Bewertung von über 5 Milliarden Dollar, der laut Berichten Investmentbanken mit der Prüfung von Verkaufsoptionen beauftragt hat.
Der zweite Kandidat ist SambaNova, ein Spezialist für KI-Infrastruktur. Das Unternehmen war 2021 noch mit bis zu 50 Milliarden Dollar bewertet worden — Investoren wie BlackRock taxieren den Wert inzwischen auf rund 24 Milliarden Dollar, aktuelle Gespräche sollen sich jedoch deutlich unterhalb von 5 Milliarden Dollar bewegen. Eine Besonderheit: Intel-CEO Lip-Bu Tan ist gleichzeitig Chairman von SambaNova, was die Verhandlungen in einem ungewöhnlichen Licht erscheinen lässt.
18A läuft — und die Zahlen überzeugen
Parallel zu den Akquisitionsgesprächen meldet Intel handfeste Fertigungsfortschritte. Tan bestätigte, dass die Produktionsausbeute beim 18A-Prozessknoten monatlich um 7 bis 8 Prozent steigt. Das ist relevant, weil Intel mit dem Nachfolger 14A direkt gegen TSMC antreten will.
Die Massenproduktion der Xeon-6+-Prozessoren der „Clearwater Forest“-Generation hat begonnen. Die auf dem 18A-Knoten gefertigten Chips bieten laut Testdaten 38 Prozent weniger Rack-Stromverbrauch und über 60 Prozent bessere Performance pro Watt gegenüber der Vorgängergeneration. Der kommerzielle Marktstart ist für das erste Halbjahr 2026 geplant.
Im ersten Quartal 2026 erzielte Intel einen Umsatz von 13,6 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,29 Dollar — weit über der Konsensschätzung von 0,01 Dollar. Das Rechenzentrum- und KI-Segment wuchs um 22 Prozent auf 5,05 Milliarden Dollar. Für das zweite Quartal erwartet das Unternehmen zwischen 13,8 und 14,8 Milliarden Dollar Umsatz.
Bewertung und Risiken
Die Aktie notiert aktuell bei 102 Euro und damit rund 61 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt — ein Zeichen, wie schnell die Neubewertung vonstattenging. Einige Analysten mahnen zur Vorsicht: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 156 lässt kaum Spielraum für Enttäuschungen.
Hinzu kommen strukturelle Belastungen. Trotz der operativen Fortschritte wies Intel im ersten Quartal einen GAAP-Nettoverlust von 3,73 Milliarden Dollar aus — Folge der massiven Investitionen in den Ausbau der US-Fertigung unter dem CHIPS Act. Auffällig: Der Chief Legal Officer verkaufte Anfang Mai rund 40.000 Aktien zu je knapp 100 Dollar.
Das Fundament der Rally ist real. Ob eine Bewertung von mehr als dem 150-fachen Jahresgewinn gerechtfertigt ist, hängt davon ab, wie schnell Intel die Foundry-Kapazitäten skaliert und ob die KI-Zukäufe tatsächlich zustande kommen — und dann auch liefern.
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