Der Chipriese Intel steht vor einem turbulenten Wochenende. Während CEO Lip-Bu Tan versucht, das Unternehmen im Foundry-Geschäft gegen Übermacht TSMC zu positionieren, brechen gleich zwei Krisen über den Konzern herein: In Taiwan ermitteln Staatsanwälte wegen möglichen Technologie-Diebstahls gegen einen hochrangigen Intel-Manager – und in Washington droht ein neues Gesetz, das Intel-Milliarden kosten könnte. Die Frage: Kann sich der Halbleiter-Pionier aus dieser Zwickmühle befreien?
Spionage-Verdacht erschüttert Führungsetage
Im Zentrum der Taiwan-Affäre steht Wei-Jen Lo, ein früherer Top-Manager von TSMC, der erst im Oktober zu Intel wechselte. Die Staatsanwaltschaft in Taiwan untersucht nun, ob Lo vertrauliche Daten zu TSMCs modernsten Fertigungstechnologien – den 2-Nanometer- und A16-Prozessen – vor seinem Abgang mitgenommen hat.
Das brisante Detail: Lo berichtet direkt an CEO Tan und gilt als Schlüsselfigur in Intels verzweifeltem Versuch, im Foundry-Markt Boden gutzumachen. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen nicht nur rechtliche Konsequenzen, sondern auch ein massiver Vertrauensverlust bei potenziellen Kunden. Wer will schon seine Chip-Designs einem Unternehmen anvertrauen, das unter Spionageverdacht steht?
Washington verschärft die Gangart
Zeitgleich bahnt sich in den USA ein weiteres Problem an. Eine parteiübergreifende Gruppe von Abgeordneten will Empfängern von CHIPS-Act-Fördergeldern verbieten, für zehn Jahre Halbleiter-Ausrüstung aus China zu kaufen. Intel, als größter Nutznießer des Programms, wäre direkt betroffen.
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Die Folge: Der Konzern müsste auf günstige Ausrüstung verzichten und stattdessen auf teurere westliche Alternativen setzen. Das würde die ohnehin schon gigantischen Investitionskosten für neue Fabriken weiter in die Höhe treiben – zu einem Zeitpunkt, an dem Intel jeden Dollar zweimal umdrehen muss.
Anleger reagieren nervös
Die Aktie gibt nach und notiert vorbörslich bei rund 33,62 Dollar. Bereits am Vortag hatte das Papier knapp vier Prozent verloren, nachdem Analysten von Citi Zweifel äußerten, ob Intel seine Foundry-Ambitionen tatsächlich in Umsätze umwandeln kann.
Dabei hatte Intel im dritten Quartal operativ überrascht: 13,65 Milliarden Dollar Umsatz und ein bereinigter Gewinn je Aktie von 0,23 Dollar lagen über den Erwartungen. Doch die jüngsten Entwicklungen überschatten diese Erfolge. Die kritische Marke liegt nun bei 33,50 Dollar – ein Unterschreiten könnte weitere Verkaufswellen auslösen.
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