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Intel Aktie: China-Risiko steigt

Intel stärkt seine KI-Position mit einer 350-Millionen-Dollar-Partnerschaft, sieht sich aber gleichzeitig durch Engpässe bei Seltenen Erden aus China herausgefordert.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Strategische Partnerschaft mit KI-Chip-Startup SambaNova
  • Abhängigkeit von Seltenen Erden aus China als Risiko
  • Interessenkonflikt durch CEO Lip-Bu Tan
  • Angriff auf Nvidias Markt mit neuer Chip-Architektur

Intel treibt seine KI-Offensive mit einer 350-Millionen-Dollar-Investition in das Startup SambaNova voran und will damit Nvidia im lukrativen Inferenz-Markt angreifen. Gleichzeitig verschärft sich ein Problem, das die gesamte Chipbranche bedroht: China drosselt die Lieferung kritischer Seltener Erden – und Intel hat dieses Risiko bereits explizit benannt.

SambaNova statt Übernahme

Intel beteiligt sich an einer 350-Millionen-Dollar-Finanzierungsrunde für SambaNova Systems und schmiedet eine mehrjährige Partnerschaft mit dem KI-Chip-Startup. Bloomberg hatte im Januar berichtet, dass Intel zunächst eine vollständige Übernahme für 1,6 Milliarden Dollar geprüft hatte – die Gespräche scheiterten jedoch.

Statt einer Akquisition setzt Intel nun auf Zusammenarbeit. SambaNova wird seine Systeme auf Intel-Xeon-Prozessoren aufbauen und für große Sprachmodelle optimieren. Die kombinierte Lösung aus SambaNova-Chips, Intel-CPUs und Netzwerktechnologie zielt auf skalierbare KI-Inferenz für Unternehmen ab – ein Markt, der laut Gartner-Analyst Chirag Dekate „absolut offen“ sei, während das Model-Training fest in Nvidias Hand liegt.

SambaNova behauptet, sein neuer SN50-Chip verarbeite das Llama-3.3-70B-Modell mit bis zu 895 Token pro Sekunde und Nutzer – deutlich schneller als Nvidias B200-System mit 184 Token. Der erste Großkunde steht bereits fest: SoftBank Japan wird die SN50-Chips in seinen KI-Rechenzentren für Unternehmenskunden in Asien-Pazifik einsetzen.

Interessenkonflikt in der Führungsetage

Eine heikle Konstellation: Intel-CEO Lip-Bu Tan ist gleichzeitig Chairman bei SambaNova – eine Position, die er seit 2017 innehat. Tans Venture-Firma Walden International hatte früh in das Startup investiert. Ein Intel-Sprecher betonte, Tan habe sich aus den Verhandlungen über die Partnerschaft herausgehalten. Das Unternehmen verwies auf sein „unerschütterliches Engagement für höchste Standards bei Unternehmensführung und Integrität“.

Seltene Erden werden knapp

Parallel zur KI-Offensive verschärft sich ein strukturelles Risiko. Zulieferer für US-Chip- und Raumfahrtfirmen melden zunehmende Engpässe bei Seltenen Erden wie Yttrium und Scandium – zwei Elemente, die fast ausschließlich in China produziert werden. Obwohl Peking viele Exporte nach Beschränkungen im April wieder zuließ, erreichen Lieferungen dieser Materialien kaum noch die USA.

Intel selbst hat diese Abhängigkeit in seinen Risikoberichten klar benannt: Die Lieferkette sei auf Rohstoffe angewiesen, „die schwieriger oder teurer zu beschaffen werden könnten“ – und China ist das einzige Land, das Intel explizit als Risikofaktor aufführt. Scandium ist besonders kritisch: Bei einer globalen Jahresproduktion von wenigen Dutzend Tonnen spielt das Element eine kleine, aber unverzichtbare Rolle in 5G-Chips und Speziallegierungen für die Raumfahrt.

Zwei parallele Erzählungen

Die Semiconductor Industry Association meldete 2025 globale Chipumsätze von 791,7 Milliarden Dollar und prognostiziert für 2026 ein Wachstum von 26 Prozent – die Branche steuert auf die Billionen-Marke zu. Intel hat unter Tan bereits fünf Milliarden Dollar von Nvidia und zwei Milliarden von SoftBank für seine Foundry- und KI-Pläne eingesammelt.

Die SambaNova-Partnerschaft verschafft Intel sofortigen Zugang zu einer fertigen KI-Cloud-Lösung, deren interne Entwicklung Jahre gedauert hätte. Doch die „Dataflow“-Architektur erfordert einen Bruch mit dem etablierten CUDA-Ökosystem – eine hohe Hürde für Entwickler. Zudem müssen Kunden nun zwischen Gaudi, Falcon Shores und SambaNova-Systemen wählen, was Verwirrung in Intels eigenem Portfolio schaffen könnte.

Wie Intel die Balance zwischen KI-Offensive und geopolitischer Lieferkettenbedrohung meistert, wird die Entwicklung des Konzerns im Jahresverlauf entscheidend prägen.

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