Die Zuversicht an der Wall Street für den Halbleiterkonzern Intel wächst spürbar. Am gestrigen Freitag stufte die britische Investmentbank Barclays die Aktie von „Hold“ auf „Overweight“ hoch. Zeitgleich bestätigte das Analysehaus Tigress Financial seine Kaufempfehlung und schraubte das Kursziel von 118 auf 145 US-Dollar nach oben.
Beide Häuser begründen ihre optimistischere Haltung mit den Fortschritten beim Konzernumbau. Im Fokus stehen dabei die Pläne für sogenannte Terafabs, wachsende Chancen im Geschäft mit künstlicher Intelligenz sowie die operative Hebelwirkung, die sich bereits im zweiten Quartal zeigte. Tigress Financial hob zudem eine sich aufhellende Nachfrage nach Xeon-Serverprozessoren und eine solide Umsetzung des Fertigungsprozesses 18A hervor.
Die Neubewertungen spiegeln den veränderten Grundton am Markt wider. Anleger honorieren zunehmend, dass der Konzern zentrale Meilensteine seiner technologischen Aufholjagd erreicht. Im Xetra-Handel schloss die Intel-Aktie am Freitag bei 94,52 Euro, womit das Papier seit Jahresanfang ein Plus von 201 Prozent verzeichnet.
Technologische Meilensteine in der Chipfertigung
Hinter dem wachsenden Zuspruch der Analysten stehen handfeste Fortschritte in den Fertigungsstätten von Intel Foundry. Bei den fortschrittlichen High-NA-EUV-Anlagen, die gemeinsam mit dem Ausrüster ASML betrieben werden, wurden bereits mehr als eine Million Wafer verarbeitet. Dabei erreichen oder übertreffen die Fertigungsschichten für den 18A-Knoten und die Prozessorengeneration Panther Lake die bisherigen Leistungsvorgaben.
Gleichzeitig forciert das Management das Tempo bei künftigen Strukturgrößen. Intel-Chef Lip-Bu Tan verkürzte den erwarteten Zeitplan für den Start der Risikoproduktion auf dem noch kleineren 14A-Prozessknoten.
Diese Beschleunigung stärkt das Vertrauen in die langfristige Roadmap der konzerneigenen Auftragsfertigung. Zudem könnte ein möglicher Börsengang der Tochtergesellschaft Altera noch in diesem Jahr mehr als zwei Milliarden US-Dollar in die Kassen spülen.
Geplante Preisanpassungen stärken Ertragskraft
Neben der Fertigung setzt das Unternehmen auch im Kerngeschäft auf eine stärkere Marge. Für Anfang Oktober plant Intel eine Preiserhöhung von rund 10 Prozent für PC-Prozessoren. Der Markt wertet diesen Schritt als deutliches Signal für eine zurückgewonnene Preissetzungsmacht bei Personal-Computer-Chips.
Trotz der starken Erholung notiert der Halbleiterwert mit einem Abschlag von 24 Prozent noch unter seinem 52-Wochen-Hoch von 124,58 Euro. Das Zusammenspiel aus technologischer Aufholjagd, verbesserter Preissetzung und strategischen Partnerschaften liefert den Analysten nun die Argumente für weiteres Aufwärtspotenzial.
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