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Intel Aktie: 2,1 Milliarden Dollar Foundry-Verlust

Intel verzeichnet stärkstes Umsatzwachstum seit 15 Jahren, während die Foundry-Sparte weiterhin Milliardenverluste einfährt. Die Aktie reagiert volatil.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatzplus von 25 Prozent
  • Foundry-Sparte verliert 2,1 Milliarden
  • Analystenmeinungen stark gespalten
  • Aktie fällt trotz Rekordzahlen

Intel hat am Donnerstag Zahlen vorgelegt, die die Anleger zunächst gespalten zurückließen: Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um 25 Prozent auf 16,128 Milliarden Dollar – das stärkste Wachstum seit 15 Jahren. Gleichzeitig bleibt die Foundry-Sparte, Intels Wette auf die Zukunft als Auftragsfertiger, ein Verlustbringer. Die Kombination aus Rekordwachstum und anhaltenden Fertigungsverlusten prägte die Reaktion an der Wall Street und dürfte auch die Debatte um die Bewertung der Aktie weiter befeuern.

Stärkstes Wachstum seit 15 Jahren

Das Segment Data Center & AI legte um 59 Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar zu und erwirtschaftete einen operativen Gewinn von 2,5 Milliarden Dollar bei einer Marge von 40 Prozent. Die PC- und Edge-Sparte kam auf 8,9 Milliarden Dollar Umsatz und 2,3 Milliarden Dollar operativen Gewinn. Unterm Strich meldete Intel ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 0,42 Dollar – deutlich mehr als die von Analysten erwartenen 0,21 Dollar. Für das laufende Quartal stellt das Unternehmen einen Umsatz von rund 16,3 Milliarden Dollar in Aussicht. Die operative Marge auf Basis der vergangenen zwölf Monate drehte auf 7,6 Prozent – im Vorjahreszeitraum stand hier noch ein Minus von 8,3 Prozent.

Foundry-Sparte bleibt Belastung

Dem Wachstum steht ein anhaltendes Problem gegenüber: Die Foundry-Sparte verbrannte im Quartal weiterhin 2,1 Milliarden Dollar, wenn auch der Verlust um 348 Millionen Dollar geringer ausfiel als zuvor. Intel hält an seinem Investitionsplan fest und will 2026 mehr als 20 Milliarden Dollar in den Ausbau der Fertigung stecken. Die Kosten für den neuen Panther-Lake-Prozess sollen im laufenden Jahr um die Hälfte sinken. Zugleich meldeten Marktbeobachter, dass TSMC an einer der Intel-eigenen EMIB-Packaging-Technologie ähnlichen Lösung arbeitet – ein Signal, dass der Wettbewerbsdruck im Packaging-Geschäft zunimmt, gerade in dem Bereich, den Intel als Differenzierungsmerkmal gegenüber Auftragsfertigern positioniert.

Die Aktie reagierte auf die gemischte Gemengelage volatil: An der Nasdaq fiel das Papier am Freitag um rund ein Prozent auf 90,20 Dollar, nachdem es im Tagesverlauf zwischenzeitlich bis auf 97,90 Dollar gestiegen war. Das Handelsvolumen lag mit rund 105 Millionen Aktien unter dem Durchschnitt. Bereits im Vorfeld der Zahlen hatte die Aktie deutliche Ausschläge gezeigt, Berichten zufolge zeitweise ein Minus von 13 Prozent vor der Veröffentlichung.

Im deutschen Handel schloss die Aktie am Freitag bei 78,42 Euro. Auf Sicht von 30 Handelstagen steht damit ein Rückgang von fast 30 Prozent zu Buche – nach der kräftigen Rally der vergangenen Monate eine spürbare Konsolidierung. Seit Jahresbeginn liegt das Plus dennoch bei rund 150 Prozent, ein Beleg dafür, wie stark die Erwartungen an Intels KI- und Foundry-Geschäft in diesem Jahr gestiegen sind.

Analysten bleiben gespalten

Die Einschätzungen der Analysten fallen entsprechend uneinheitlich aus. Von insgesamt 21 erfassten Empfehlungen votierten vier für Kaufen, 14 für Halten und drei für Verkaufen, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 106,76 Dollar. JPMorgan stuft die Aktie mit Underweight und einem Kursziel von 85 Dollar deutlich skeptischer ein als der Konsens. Jefferies dagegen votiert mit Hold, sieht aber ein Kursziel von 120 Dollar und damit deutliches Aufwärtspotenzial. Auch Bernstein (Market-Perform, 110 Dollar) und RBC (Sector Perform, 80 Dollar) spiegeln die Bandbreite der Einschätzungen wider.

Der bekannte US-Investor Jim Cramer würdigte die Diversifizierung des Geschäfts unter CEO Lip-Bu Tan über Chips, Packaging und Foundry hinweg und nannte ein Kursziel von 110 Dollar. Zugleich verwies er auf Risiken: eine Gesamtverschuldung von mehr als 50 Milliarden Dollar und ein Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis künftiger Schätzungen von rund 158. Institutionelles Interesse nimmt unterdessen zu – die Zahl der in Intel investierten Hedgefonds stieg im ersten Quartal 2026 auf 112 von zuvor 96, wobei D E Shaw seine Position um 183 Prozent auf 748 Millionen Dollar ausbaute. Der Anteil leerverkaufter Aktien liegt bei niedrigen 2,4 Prozent – ein Hinweis darauf, dass Wetten gegen das Papier derzeit die Ausnahme bleiben.

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Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

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