Der geplante Verkauf des Russland-Geschäfts der ING Groep zieht sich weiter in die Länge. Während das Geldhaus den Ausstieg forcieren will, legen restriktive Vorgaben aus Moskau den Prozess derzeit auf Eis. Diese Hängepartie belastet nicht nur die Bilanz, sondern dämpft auch die Stimmung am Kapitalmarkt.
Politische Hürden bremsen Verkauf
Trotz einer Einigung mit dem russischen Finanzinvestor Global Development JSC fehlt weiterhin die regulatorische Genehmigung des Kremls. Marktbeobachter führen die Verzögerung darauf zurück, dass Russland für den internationalen Zahlungsverkehr weiterhin auf die Infrastruktur westlicher Banken angewiesen ist. ING hat die Aktivitäten vor Ort bereits deutlich zurückgefahren und das Kreditrisiko gegenüber russischen Kunden seit Februar 2022 um mehr als 75 Prozent reduziert. Warum erweist sich der Prozess dennoch als so zäh? Die strategische Bedeutung der verbleibenden Kanäle scheint für die russische Seite schwerer zu wiegen als das Interesse an einem schnellen Eigentümerwechsel.
Finanzielle Folgen und Kursentwicklung
Der endgültige Rückzug wird für die Bank kein günstiges Unterfangen. ING rechnet nach Steuern mit einer Belastung des Gewinns von rund 0,8 Milliarden Euro. Dieser Betrag setzt sich aus Buchverlusten sowie Währungseffekten zusammen und dürfte die harte Kernkapitalquote (CET1) um etwa 7 Basispunkte schmälern.
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An der Börse geriet das Papier zuletzt spürbar unter Druck. Mit einem aktuellen Kurs von 22,23 Euro büßte die Aktie am Montag rund 2,5 Prozent ein und setzt damit den negativen Trend der vergangenen 30 Tage fort, in denen sie knapp 13 Prozent an Wert verlor.
Routine-Rückkauf abgeschlossen
Abseits der Russland-Thematik schloss die Gruppe Anfang März ein kleineres Aktienrückkaufprogramm ab. Zur Bedienung von aktienbasierten Vergütungsplänen wurden knapp drei Millionen Anteile zu einem Durchschnittspreis von 23,82 Euro zurückerworben. Insgesamt investierte das Unternehmen hierfür rund 70,7 Millionen Euro.
Der Fokus der Anleger bleibt nun auf der behördlichen Entscheidung in Moskau. Erst wenn die Genehmigung vorliegt, kann die ING das Kapitel Russland endgültig schließen und die bereits veranschlagten Verluste final bilanzieren.
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