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ING Aktie: KI-Revolution und enttäuschende Zahlen

Die niederländische Großbank ING meldet einen leichten Gewinneinbruch für 2025, steigert aber ihre Eigenkapitalrendite. Für die kommenden Jahre hat sie sich ambitionierte Renditeziele gesetzt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gewinn 2025 leicht auf 6,33 Milliarden Euro gesunken
  • Ambitionierte Eigenkapitalrendite von über 14 Prozent angestrebt
  • Deutschland-Geschäft verzeichnet zweiten Gewinnrückgang in Folge
  • KI soll Baufinanzierungsprozess auf 30 Minuten verkürzen

Die niederländische Großbank ING meldet für 2025 einen Gewinnrückgang um ein Prozent auf 6,33 Milliarden Euro. Dennoch zeigt sich die Bank optimistisch und schraubt ihre Renditeziele nach oben. Doch kann das Management die hochgesteckten Ziele wirklich erreichen?

Das vierte Quartal verlief deutlich besser als erwartet. Der Überschuss kletterte um 22 Prozent auf 1,41 Milliarden Euro und übertraf damit die Prognosen der Analysten. Verantwortlich für den positiven Trend war vor allem das stark gestiegene Provisionsgeschäft, das um 22 Prozent auf 1,22 Milliarden Euro zulegte. Das Wertpapiergeschäft und der Zahlungsverkehr erwiesen sich als kräftige Wachstumstreiber.

Ehrgeizige Renditeziele trotz Gegenwind

Bankchef Steven van Rijswijk hebt die Latte deutlich an: Für 2026 peilt er eine Eigenkapitalrendite von mehr als 14 Prozent an, 2027 sollen es sogar über 15 Prozent sein. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank erreichte 2025 nur 10,3 Prozent und visiert für 2028 lediglich 13 Prozent an. Die ING steigerte ihre Rendite trotz Gewinnrückgang von 13,4 auf 13,6 Prozent – dank eines gesunkenen materiellen Eigenkapitals.

Doch die Herausforderungen sind real. Der Zinsüberschuss schrumpfte um gut zwei Prozent auf 14,7 Milliarden Euro. Gleichzeitig stiegen die Betriebskosten um fast vier Prozent, und die Risikovorsorge für drohende Kreditausfälle wurde auf 1,3 Milliarden Euro hochgefahren. Die gestiegenen Einnahmen wurden dadurch nahezu aufgezehrt.

Deutschland-Geschäft schwächelt weiter

Die deutsche Direktbank ING verzeichnete den zweiten Gewinnrückgang in Folge. Der Überschuss sank von 1,4 Milliarden Euro auf rund 1,3 Milliarden Euro. Die Aufwand-Ertrags-Relation verschlechterte sich deutlich von 39,4 auf 42,8 Prozent – ein Warnsignal für die Effizienz. Der Zinsüberschuss brach von 3,6 auf 3,15 Milliarden Euro ein.

Immerhin: Die Kundenzahl wuchs von 9,9 auf 10,1 Millionen. Das Depotvolumen legte um 22 Prozent auf 134,6 Milliarden Euro zu, die Zahl der Depots stieg auf 3,2 Millionen. Im Baufinanzierungsgeschäft schnellte das zugesagte Neugeschäft um 30 Prozent auf 14,4 Milliarden Euro nach oben.

30-Minuten-Baufinanzierung dank KI

Als Antwort auf die schwächelnden Zahlen setzt Deutschland-Chef Lars Stoy auf Technologie. Ab Frühjahr 2026 will die ING Baufinanzierungen in nur 30 Minuten prüfen und zusagen – bisher dauert der Prozess sechs Tage. Künstliche Intelligenz beschafft automatisiert Objektdaten wie Grundstücksgröße und Wohnfläche aus öffentlichen Quellen. Eine automatisierte Bonitätsprüfung erfolgt per digitalem Kontoeinblick.

Die Bank betont jedoch: Die finale Kreditentscheidung trifft weiterhin ein Mensch. Zunächst sollen 15 bis 20 Prozent der Finanzierungen über die Tochter Interhyp instant bearbeitet werden, der Anteil wird sukzessive ausgebaut.

Börse reagiert verhalten

Trotz der positiven Überraschungen im Schlussquartal und der angehobenen Renditeziele zündeten die Nachrichten an der Börse nicht. Die ING-Aktie notierte in Amsterdam nahezu unverändert bei 24,84 Euro. Die Anleger scheinen skeptisch zu bleiben, ob die ambitionierten Ziele angesichts schrumpfender Zinserträge und steigender Kosten wirklich erreichbar sind.

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