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Symbolbild, KI-generiert

Infineon: Jefferies hebt Ziel auf 75 Euro

Infineon hebt Jahresprognose an, doch das KI-Umsatzziel bleibt unverändert. Analysten reagieren mit deutlichen Kurszielerhöhungen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Angehobene Jahresprognose für Umsatzwachstum
  • Automotive-Segment verfehlt Margenerwartungen
  • KI-Infrastruktur treibt Green-Industrial-Power-Sparte
  • Analysten erhöhen Kursziele deutlich

Infineon Technologies hat am Mittwochabend Quartalszahlen vorgelegt, die Analysten zu einer Welle von Kurszielhebungen veranlassten — und trotzdem die Aktie unter Druck brachten. Der Grund: Das KI-Umsatzziel für das laufende Geschäftsjahr blieb unangetastet.

Ausblick überzeugt, Automotive enttäuscht

Der Q2-Umsatz von 3,81 Milliarden Euro traf den Konsens nahezu punktgenau. Stärker ins Gewicht fiel die angehobene Jahresprognose: Infineon erwartet nun „signifikantes“ statt zuvor „moderates“ Umsatzwachstum. Die Segmentergebnismarge soll auf rund 20 Prozent steigen, der bereinigte Free Cashflow auf rund 1,65 Milliarden Euro.

Allerdings blieb die tatsächliche Segmentergebnismarge im zweiten Quartal mit 17,1 Prozent hinter den Erwartungen zurück. Hauptbelastung war das Automotive-Segment: Dort lag die Marge bei 18,1 Prozent — der Konsens hatte 20,3 Prozent erwartet. Schwache Nachfrage nach Hochspannungs-IGBTs für Elektrofahrzeuge und Restrukturierungskosten drückten das Ergebnis.

KI-Infrastruktur als Gegengewicht

Das Segment Green Industrial Power lieferte die positive Überraschung. Mit einem Umsatz von 403 Millionen Euro übertraf es den Konsens von 365 Millionen Euro deutlich, die Marge von 11,7 Prozent lag klar über den erwarteten 9,6 Prozent. Treiber ist die starke Nachfrage nach Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren.

Das KI-Umsatzziel für das Geschäftsjahr 2026 beließ Infineon bei 1,5 Milliarden Euro. Für 2027 peilt der Konzern 2,5 Milliarden Euro an — ein Ziel, das den Ausblick in den Augen vieler Analysten deutlich aufwertet. CEO Jochen Hanebeck erklärte, in der zweiten Jahreshälfte werde Infineon stärker wachsen als zuvor erwartet, da sich ein breiterer Aufschwung über viele Endmärkte abzeichne.

Analysten heben Kursziele deutlich an

Die Reaktion der Sell-Side fiel eindeutig aus. Mehrere Häuser hoben ihre Kursziele am Donnerstag an:

  • Jefferies: 52 → 75 Euro (Buy), Ergebnisschätzungen um 26 Prozent erhöht
  • JPMorgan: 48 → 74 Euro (Overweight)
  • Deutsche Bank Research: 52 → 70 Euro (Buy)
  • Bernstein: 52 → 74 Euro (Outperform)
  • Barclays: 44 → 63 Euro (Overweight)
  • UBS: 45 → 61 Euro (Neutral)

Bernstein-Analyst David Dai hielt fest, dass Infineon die Q2-Erwartungen „nicht ganz erfüllt“ habe — der Ausblick auf das dritte Quartal habe jedoch positiv überrascht. Jefferies-Analyst Janardan Menon betonte, der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2027 sei weitaus stärker als erwartet.

Ab dem 1. Juli 2026 reduziert Infineon seine Segmentstruktur von vier auf drei Einheiten: Automotive, Power Systems und Edge Systems. Das soll Entscheidungsprozesse beschleunigen und den Anwendungsfokus schärfen.

Die Aktie notiert aktuell bei 61,45 Euro — ein Plus von rund 60 Prozent seit Jahresbeginn und knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 61,53 Euro. Das fehlende KI-Ziel-Update dämpfte die Stimmung kurzfristig, doch der Markt preist erkennbar bereits den Geschäftsjahr-2027-Ausblick ein.

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