Infineon hat die Übernahme von C2i Semiconductors offiziell bekanntgegeben. Das Unternehmen mit Sitz in Bangalore ist auf softwaredefinierte Mehrphasen-Controller und smarte Power Stages für KI-Rechenzentren spezialisiert. Der Schritt fügt sich in eine Serie von Maßnahmen, mit denen Infineon seine Position im Wachstumsfeld der Stromversorgung für Künstliche Intelligenz ausbaut.
Die Übernahme war bereits Ende August angekündigt worden, ein Kaufpreis wurde nicht offengelegt. Sie ergänzt das bestehende Geschäft mit KI-bezogenen Stromversorgungslösungen, das laut Unternehmensangaben im laufenden Geschäftsjahr auf 1,6 Milliarden Euro Umsatz anwachsen und bis 2027 auf 2,5 Milliarden Euro steigen soll. Damit reagiert Infineon auf die steigende Nachfrage von Rechenzentren, die für den Betrieb von KI-Anwendungen immer leistungsfähigere und effizientere Energieversorgung benötigen.
Rekordumsatz trifft auf Margendruck
Die Übernahme fällt in eine Phase, in der Infineon operativ zulegt, an der Börse aber unter Druck steht. Im dritten Geschäftsquartal 2025/26 erzielte der Konzern einen Rekordumsatz von 4,172 Milliarden Euro, ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Bruttomarge verbesserte sich auf 40,8 Prozent, die Segmentergebnismarge auf 19,1 Prozent. Der Gewinn je Aktie kletterte auf 0,32 Euro nach 0,23 Euro im Vorjahr.
Dennoch verfehlte die operative Marge die Erwartungen der Analysten, was die Aktie zeitweise rund sechs Prozent einbrechen ließ. Für das vierte Quartal peilt Infineon einen Umsatz von 4,7 Milliarden Euro an, das Gesamtjahr soll mit rund 16,3 Milliarden Euro abschließen – eine nach oben angepasste Prognose.
Der Auftragsbestand wuchs zum Ende Juni auf nahezu 30 Milliarden Euro, ein deutliches Signal für anhaltende Nachfrage über das laufende Geschäftsjahr hinaus.
Um die Kapazitäten für dieses Wachstum zu sichern, erhöhte Infineon seine Investitionsprognose für das laufende Geschäftsjahr um 500 Millionen auf 2,7 Milliarden Euro, mit Schwerpunkt auf dem Standort Dresden.
Dort hatte der Konzern bereits Anfang Juli seine neue Smart Power Fab eröffnet, drei Monate früher als geplant. Die mit fünf Milliarden Euro finanzierte Anlage verdoppelt die Produktionskapazität für Leistungshalbleiter und schafft rund 1.000 neue Arbeitsplätze.
Kursverlauf zeigt Konsolidierung nach starkem Jahr
Die Aktie notiert aktuell bei 55,86 Euro und liegt damit seit Jahresbeginn 48 Prozent im Plus. Auf Sicht von zwölf Monaten beträgt der Zuwachs 67 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 89,67 Euro, erreicht im Juni, ist das Papier jedoch weit entfernt, der Abstand beträgt 38 Prozent. Der jüngste Monat brachte einen Rückgang von 10 Prozent, was auf eine Konsolidierung nach der starken Rally hindeutet.
Nach den Quartalszahlen reagierten Analysten uneinheitlich auf die Kombination aus Rekordumsatz und Margenschwäche. Mehrere Häuser senkten ihre Kursziele, bestätigten aber ihre Kaufempfehlung. Goldman Sachs bekräftigte am 7. August seine Kaufempfehlung nach der Ergebnisvorlage mit einem angehobenen Kursziel. Automatisierte Konsensauswertungen verschiedener Analysehäuser deuten weiterhin überwiegend auf positive Einschätzungen hin.
Parallel zu den Wachstumsinitiativen läuft ein Aktienrückkaufprogramm: Der Vorstand hatte im Juli beschlossen, bis zu drei Millionen eigene Aktien zu erwerben, der Kaufpreis darf 225 Millionen Euro nicht überschreiten. Das Programm läuft bis zum 13. November. Die nächsten Quartalszahlen sind für den 10. November angesetzt und dürften zeigen, ob die erhöhte Jahresprognose Bestand hat.
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