Während der US-Chipgigant Intel mit einem massiven Kurseinbruch für Unruhe im Technologiesektor sorgt, zeigt sich Infineon bemerkenswert widerstandsfähig. Der DAX-Konzern koppelt sich von der Schwäche des US-Konkurrenten ab, gestützt durch einen positiven Analystenkommentar von Morgan Stanley. Ist die Sorge vor einem breiten Branchenabschwung hier unbegründet?
- Analysten-Update: Morgan Stanley erhöht das Kursziel auf 45 Euro.
- Relative Stärke: Infineon behauptet sich gegen den Abwärtssog von Intel (-14 %).
- Wachstumstreiber: Fokus auf Automobil-Elektronik und SiC-Komponenten stützt das Geschäft.
Kursziel vor Zahlen erhöht
Pünktlich zum Start der Berichtssaison für die europäische Halbleiterbranche hat Morgan Stanley die Bewertung für Infineon nach oben angepasst. Die Experten sehen das faire Kursziel nun bei 45 Euro. Zwar favorisiert die Investmentbank im aktuellen Marktumfeld primär Ausrüster für die Wafer-Fertigung, doch traut sie auch dem deutschen Chiphersteller weiteres Potenzial zu. Diese Einschätzung steht im Einklang mit dem breiteren Analystenkonsens, der ein moderates Aufwärtspotenzial von rund 7 Prozent sieht.
Abkopplung vom US-Sorgenkind
Besonders deutlich wird die aktuelle Stärke von Infineon im direkten Vergleich mit Intel. Der US-Konkurrent verlor am heutigen Freitag bis zu 14 Prozent an Wert, belastet durch einen schwachen Ausblick und anhaltende Fertigungsprobleme. Doch warum zieht dies Infineon nicht mit nach unten?
Der entscheidende Unterschied liegt in der Ausrichtung: Während Intel mit Problemen im PC- und Server-Markt kämpft, profitiert Infineon von strukturellen Wachstumstrends in der Leistungselektronik. Marktstudien prognostizieren für Siliziumkarbid-Komponenten (SiC) im Automobilbereich – ein Kernsegment von Infineon – ein Wachstum auf fast 32 Milliarden US-Dollar bis 2034. Auch der Markt für Batteriemanagement-ICs bietet mittelfristig solide Perspektiven. Anleger differenzieren hier offensichtlich stark zwischen den Geschäftsmodellen.
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Der Blick auf den Chart
Die technische Verfassung der Aktie untermauert das fundamentale Vertrauen. Mit einem aktuellen Kurs von 42,44 Euro notiert das Papier in direkter Schlagdistanz zum 52-Wochen-Hoch von 42,59 Euro. Der Abstand beträgt lediglich 0,34 Prozent.
Auch der übergeordnete Trend zeigt nach oben: Seit Jahresanfang legte der Titel bereits um 10,91 Prozent zu. Dabei notiert der Kurs komfortabel über dem 50-Tage-Durchschnitt von 38,35 Euro. Interessant ist hierbei der Blick auf den RSI (Relative Strength Index): Mit einem Wert von 46,3 liegt dieser im neutralen Bereich und signalisiert – anders als bei einer überhitzten Rally – noch ausreichend Luft nach oben für weitere Kursavancen.
Ausblick: ASML macht den Anfang
Für Investoren wird es Ende Januar ernst. Den Auftakt zur Berichtssaison macht am 28. Januar 2026 der Ausrüster ASML, dessen Zahlen oft als Gradmesser für die gesamte europäische Chipindustrie dienen. Für Infineon wird entscheidend sein, ob sich die Lagerbestände im Automobilsektor normalisieren und die Prognosen für das KI-getriebene Stromversorgungsgeschäft standhalten. Charttechnisch gilt es nun, den Ausbruch über das 52-Wochen-Hoch zu bestätigen, um den Weg in Richtung des neuen Kursziels von 45 Euro freizumachen.
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