Infineon treibt sein Geschäft mit Siliziumkarbid-Leistungshalbleitern weiter voran. Der Chiphersteller lieferte in der vergangenen Woche SiC-Bauteile an Fox ESS für Energiespeichersysteme im Privatkundensegment. Parallel dazu steht heute ein Auftritt des Managements auf der dbAccess TMT Conference in London an – ein Termin, der Anlegern frische Einblicke in die Geschäftsentwicklung liefern könnte.
Die Aktie notierte am Dienstag bei 55,38 Euro und büßte damit 1,5 Prozent ein. Seit dem Hoch bei 89,67 Euro im Juni fehlen dem Papier 38 Prozent, während es zum Jahrestief von Anfang September vergangenen Jahres noch immer 80 Prozent Abstand hält.
Der Kurs bewegt sich damit weiterhin klar unterhalb seines 50-Tage-Durchschnitts von 65,17 Euro, was auf anhaltenden kurzfristigen Abwärtsdruck hindeutet.
Wachstumsfeld Energiespeicher
Die Belieferung von Fox ESS mit Siliziumkarbid-Halbleitern zeigt, dass Infineon sein Portfolio abseits der klassischen Automobil- und Industrieelektronik weiter ausbaut.
Energiespeichersysteme für Privathaushalte gelten als wachsender Absatzmarkt, in dem effiziente Leistungshalbleiter eine Schlüsselrolle spielen. Für Infineon ist die Lieferung ein weiterer Baustein im Bemühen, die Siliziumkarbid-Sparte über die Automobilindustrie hinaus zu diversifizieren.
Ergänzt wird das operative Bild durch die geplante Übernahme von C2i Semiconductors mit Sitz in Bangalore, deren Abschluss für das dritte Quartal 2026 erwartet wird. Auch wenn dieses Thema bereits mehrfach Gegenstand der Berichterstattung war, bleibt es Teil der strategischen Ausrichtung, mit der Infineon seine Position im Bereich der Stromversorgung für rechenintensive Anwendungen stärken will.
Analysten sehen weiteres Potenzial
Die DZ Bank bestätigte am 27. August ihre Einstufung „Kaufen“ für Infineon und nannte einen fairen Wert von 77 Euro. Gemessen am aktuellen Kursniveau von 55,38 Euro liegt dieses Kursziel deutlich darüber – ein Hinweis darauf, dass die Analysten das operative Geschäft trotz der jüngsten Kursschwäche positiv einschätzen.
Diese Einschätzung fällt in eine Phase, in der die Aktie technisch angeschlagen wirkt: Der 14-Tage-RSI liegt bei 38,4 und signalisiert damit eine eher überverkaufte Situation, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität mit 60 Prozent auf erhöhte Kursschwankungen hindeutet. Trotz der Verluste der vergangenen Wochen steht auf Jahressicht dennoch ein Plus von 47 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar von 65 Prozent.
Blick auf den heutigen Investorentag
Der Auftritt auf der Londoner Technologiekonferenz bietet dem Management die Gelegenheit, die jüngsten operativen Fortschritte – von der Siliziumkarbid-Lieferung bis zur geplanten Übernahme – gegenüber institutionellen Investoren einzuordnen.
Für Anleger dürfte dabei vor allem interessant sein, ob sich die positive Einschätzung der DZ Bank angesichts der zuletzt schwächeren Kursentwicklung bestätigt oder ob weitere Häuser ihre Ziele anpassen.
Mit einer Marktkapitalisierung von 73,49 Milliarden Euro bleibt Infineon einer der bedeutendsten europäischen Halbleiterwerte, dessen weiterer Kursverlauf eng an die Nachrichtenlage rund um Energiewende und Rechenzentren geknüpft ist.
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