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Symbolbild, KI-generiert

Infineon Aktie: Moore4Power startet mit 91 Millionen

Infineon erreicht dank KI-Nachfrage und angehobener Jahresziele ein neues 52-Wochen-Hoch. Analysten blicken gespannt auf den Konzernauftritt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Schlusskurs auf 73,19 Euro gestiegen
  • KI-Boom treibt Halbleiterbranche an
  • Jahresprognose im Mai erhöht
  • EU-Forschungsprojekt Moore4Power gestartet

Infineon beendet die Woche auf einem neuen 52-Wochen-Hoch. Der Schlusskurs von 73,19 Euro am Freitag markiert den höchsten Stand seit mindestens einem Jahr — und steht für ein Plus von rund 91 Prozent seit Jahresbeginn. Hinter der Rally steckt mehr als ein einzelner Kursimpuls.

KI-Welle trägt den gesamten Halbleitersektor

Den unmittelbaren Schub lieferte Nvidia. Der US-Konzern meldete für das erste Quartal seines Geschäftsjahres 2027 einen Umsatz von 81,6 Milliarden US-Dollar — ein Plus von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Non-GAAP-Bruttomarge lag bei 75 Prozent.

Das zieht die gesamte Chip-Lieferkette nach oben. Anleger bewerten neu, welche Unternehmen von KI-Rechenzentren, Stromversorgung und Energieinfrastruktur profitieren. Infineon steht dabei nicht für KI-Chips im engeren Sinne, sondern für die Leistungselektronik dahinter: Stromwandler, Siliziumkarbid-Bauteile, Galliumnitrid-Systeme.

Prognoseanhebung und Strukturreform

Infineon selbst hat Anfang Mai die Jahresprognose angehoben. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet das Unternehmen nun einen deutlich steigenden Umsatz. Die Segmentergebnis-Marge soll bei rund 20 Prozent liegen. Den Free-Cash-Flow hebt das Unternehmen auf etwa 1,25 Milliarden Euro an — zuvor waren rund 1,0 Milliarden Euro geplant.

Ab dem vierten Quartal 2026 ändert Infineon außerdem seine Struktur. Aus vier Segmenten werden drei: Automotive, Power Systems und Edge Systems. Das soll die Steuerung vereinfachen und das Profil schärfen.

Moore4Power und das ifo-Dilemma

Ein weiterer Faktor kommt aus der Forschungsförderung. Am 20. Mai startete Infineon das EU-Projekt Moore4Power. Das Konsortium umfasst 62 Partner aus 15 Ländern, hat ein Gesamtvolumen von 91 Millionen Euro und läuft drei Jahre. Ziel ist effizientere Leistungselektronik für erneuerbare Energien, E-Mobilität und Industrie. Der technologische Kern: heterogene Integration von Silizium, Siliziumkarbid und Galliumnitrid.

Das Makrobild bleibt zweigeteilt. Das ifo-Geschäftsklima stieg im Mai auf 84,9 Punkte, nach 84,5 im April. Die aktuelle Lage im Verarbeitenden Gewerbe verbesserte sich leicht. Allerdings gingen Neuaufträge zurück, und die Erwartungen trübten sich weiter ein. Für Infineon mit seinen Industriekunden ist das ein Gegengewicht zur KI-Euphorie.

Konferenz am Mittwoch als nächster Prüfstein

Am 27. Mai tritt Infineon auf der DB Access Championship Conference in Frankfurt auf. Nach dem starken Kurslauf werden Aussagen zur Nachfrage in KI-Rechenzentren, Automotive und Power Systems besonders aufmerksam verfolgt. Der Kurs liegt bereits rund 47 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt — das setzt die Messlatte für jeden neuen Impuls hoch. Am 5. August folgen dann die Ergebnisse des dritten Geschäftsquartals.

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