Infineon setzt bei Leistungselektronik den nächsten europäischen Marker. Der Konzern führt Moore4Power, ein Forschungs- und Entwicklungsprogramm für effizientere Power-Chips und integrierte Systeme. Für die Aktie ist das keine schnelle Umsatzstory, sondern ein strategischer Hebel in Märkten, die an Strom, Netzen und Industrieautomatisierung hängen.
Europas Power-Chip-Projekt startet
Am 20. Mai 2026 meldete Infineon den offiziellen Start von Moore4Power. Das Programm läuft drei Jahre und steht unter der Leitung des Dax-Konzerns.
Das Konsortium umfasst 62 Partner aus 15 europäischen Ländern. Das Gesamtvolumen liegt bei 91 Millionen Euro und wird über nationale Fördermittel sowie Horizont Europa – Chips Joint Undertaking kofinanziert.
Die Koordinatorenrolle ist der Kern der Meldung. Infineon positioniert sich damit nicht nur als Hersteller von Leistungshalbleitern, sondern als Integrator eines europäischen Ökosystems. Beteiligt sind große Unternehmen, kleinere und mittlere Firmen sowie Forschungseinrichtungen.
More-than-Moore statt Größenrennen
Technologisch geht es nicht um die nächste klassische Miniaturisierung. Moore4Power folgt einem More-than-Moore-Ansatz: Silizium, Siliziumkarbid und Galliumnitrid sollen mit Sensorik, Steuerung und Kommunikation zu eng integrierten Systemen verbunden werden.
Ein Schlüssel ist Power-Chiplet-Technologie. Sie soll skalierbare Architekturen, flexiblere Produktvarianten und wettbewerbsfähige Kosten ermöglichen. Das passt zu Anwendungen, die Infineon ausdrücklich nennt: erneuerbare Energien, E-Mobilität, Bahnverkehr und industrielle Stromwandlung.
Das eigentliche Versprechen liegt im Tempo. KI-gestützte Modelle, digitale Zwillinge und automatisierte Prozesse sollen Entwicklungszyklen verkürzen. Die Zeit von ersten Fab-Mustern bis zum validierten Datenblatt soll auf eine Woche sinken, statt wie bisher mehrere Wochen zu dauern.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Infineon?
Hinzu kommt ein digitaler Produktpass direkt in Leistungsmodule. Er soll Einsatzbedingungen, Zustandsdaten und verbleibende Restlebensdauer abbilden. Infineon verbindet damit vorausschauende Wartung, längere Produktnutzung und geringeren Rohstoffverbrauch.
Aktie läuft weit voraus
Am Markt trifft die Meldung auf eine bereits stark gelaufene Aktie. Mit 69,12 Euro markierte der Titel am Donnerstag sein 52-Wochen-Hoch; seit Jahresanfang steht ein Plus von 80,45 Prozent.
Auf Zwölfmonatssicht hat sich der Kurs mit 99,02 Prozent nahezu verdoppelt. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt 72,14 Prozent. Das zeigt: Viel Zukunftserwartung steckt bereits im Kurs.
Die operative Grundlage hat sich zuletzt ebenfalls verbessert. Am 6. Mai 2026 meldete Infineon für das zweite Geschäftsquartal einen Umsatz von 3,812 Milliarden Euro und ein Segmentergebnis von 653 Millionen Euro.
Die Segmentergebnis-Marge lag bei 17,1 Prozent. Für das dritte Geschäftsquartal stellte der Vorstand einen Umsatz von etwa 4,1 Milliarden Euro in Aussicht.
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Infineon nun einen deutlich steigenden Umsatz und eine Segmentergebnis-Marge von rund 20 Prozent. Der Free Cashflow soll etwa 1,25 Milliarden Euro erreichen, nach zuvor rund 1,0 Milliarden Euro.
Moore4Power liefert damit vor allem den technologischen Rahmen zur Prognoseanhebung. Kurzfristig enthält das Programm keine Umsatzziele; messbar wird der Nutzen, wenn Infineon die Systemansätze, Power-Chiplets und digitalen Prozesse in marktfähige Module und schnellere Kundenfreigaben übersetzt.
Infineon-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Infineon-Analyse vom 22. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Infineon-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Infineon-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Infineon: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
