Infineon greift zu – und zwar mit voller Kraft. Der Chipkonzern aus Neubiberg übernimmt das nicht-optische Sensorgeschäft von ams OSRAM für 570 Millionen Euro in bar. Der Deal wurde am 3. Februar 2026 bekanntgegeben, der Abschluss ist für das zweite Quartal 2026 geplant.
Was holt sich Infineon da genau ins Haus? Das Portfolio umfasst Analog- und Mixed-Signal-Sensoren für die Bereiche Automotive, Industrie und Medizin. Im Jahr 2025 erwirtschaftete dieser Geschäftsbereich rund 220 Millionen Euro Umsatz bei einem bereinigten EBITDA von etwa 60 Millionen Euro. Rund 230 hochqualifizierte Mitarbeiter wechseln mit zur Transaktion – überwiegend an vier Standorten.
Keine Fabriken – aber Fertigungsdienstleistungen
Interessant: Produktionsstätten sind nicht Teil des Deals. Stattdessen wird ams OSRAM über mehrere Jahre hinweg als Fertigungsdienstleister für Infineon tätig bleiben. Eine pragmatische Lösung, die beiden Seiten Flexibilität verschafft.
Die Übernahme passt strategisch ins Bild. Infineon baut damit seine Position im Sensormarkt aus – einem Segment, das gerade im Automotive-Bereich stark wächst. Fahrerassistenzsysteme, autonomes Fahren und die zunehmende Elektrifizierung treiben die Nachfrage nach intelligenten Sensoren massiv an.
ams OSRAM konzentriert sich neu
Für ams OSRAM ist der Verkauf Teil einer umfassenden Neuausrichtung. Das Unternehmen will sich künftig voll auf „Digital Photonics“ konzentrieren – also intelligente optische Halbleiter für Lichtemission und Sensorik. Die 570 Millionen Euro Verkaufserlös landen direkt beim Schuldenabbau.
Zusammen mit dem bereits angekündigten Verkauf des Specialty-Lamps-Geschäfts an Ushio (rund 100 Millionen Euro) bringt ams OSRAM insgesamt etwa 670 Millionen Euro ein. Das Ergebnis: Der Pro-forma-Verschuldungsgrad sinkt von 3,3 auf 2,5 – inklusive der ausstehenden OSRAM-Put-Optionen.
Die Nettoverschuldung lag zum 31. Dezember 2025 bei 1,518 Milliarden Euro ohne Put-Optionen, beziehungsweise 2,023 Milliarden Euro inklusive. Nach Abschluss aller Transaktionen dürfte die Verschuldung deutlich entspannter aussehen.
Was bedeutet das für Infineon-Anleger?
Der Deal unterstreicht Infineons Ambitionen im Sensorgeschäft. Mit dem Zukauf erweitert der Konzern sein Portfolio gezielt um nicht-optische Technologien – eine sinnvolle Ergänzung zum bestehenden Angebot. Die Transaktion ist überschaubar und belastet die Bilanz nicht übermäßig.
Morgan Stanley fungierte als finanzieller Berater, Linklaters als Rechtsbeistand für ams OSRAM. Die regulatorischen Genehmigungen stehen noch aus, dürften aber keine größeren Hürden darstellen.
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