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Infineon Aktie: KI-Fantasie trifft Konsolidierung

Infineons KI-Chipgeschäft wird als Wachstumsmotor gesehen, mit einer erwarteten Umsatzverdopplung bis 2026. Trotz positiver Analystenprognosen befindet sich die Aktie in einer kurzfristigen Konsolidierungsphase.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Erwartete Verdopplung des KI-Umsatzes bis 2026
  • Kursziel von Analysten auf 40 Euro angehoben
  • Aktie notiert deutlich über wichtigen Durchschnitten
  • Nächster Fokus auf Quartalszahlen Anfang Februar

Infineon steht zwischen zwei Kräften: Auf der einen Seite wächst die Zuversicht, dass das Geschäft mit Chips für Künstliche Intelligenz deutlich an Fahrt gewinnt. Auf der anderen Seite drückt ein schwacher Markt auf den Kurs. Wie stabil ist die jüngste KI-Euphorie, wenn der Gesamtmarkt schwächelt?

KI-Chips als Wachstumsmotor

Im Mittelpunkt der aktuellen Einschätzungen steht Infineons Rolle als Zulieferer der KI-Infrastruktur. Das Analysehaus mwb research rechnet damit, dass sich der KI-bezogene Umsatz des Konzerns innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt – von rund 700 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025 auf etwa 1,5 Milliarden Euro 2026. Branchenkenner stufen diese Annahme sogar als eher vorsichtig ein.

Treiber sind vor allem leistungsfähige und effiziente Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren. Technologien auf Basis von Siliziumkarbid (SiC) und Galliumnitrid (GaN) gelten hier als Schlüssel, um den enormen Energiebedarf moderner Serverfarmen zu beherrschen. Infineon ist in diesen Spezialhalbleitern gut positioniert und kann von jedem weiteren Ausbau von Rechenzentren profitieren.

Vor diesem Hintergrund hat mwb research das Kursziel von 35,50 auf 40,00 Euro angehoben, die Einstufung aber bei „Halten“ belassen. Langfristig sehen die Analysten bis 2030 ein adressierbares Marktvolumen im KI-Segment von 8 bis 12 Milliarden Euro. Infineon könnte davon nach ihrer Einschätzung 30 bis 40 Prozent auf sich vereinen – ein Szenario, das die aktuelle strategische Ausrichtung klar stützt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Erwartete Verdopplung des KI-Umsatzes von 2025 auf 2026
  • Fokus auf SiC- und GaN-Leistungschips für Rechenzentren
  • Anhebung des Kursziels durch mwb research von 35,50 € auf 40,00 €
  • Langfristiges KI-Marktvolumen: 8–12 Mrd. € bis 2030, mit hoher Ziel-Marktanteilsspanne
  • Nächster wichtiger Termin: Quartalszahlen am 4. Februar 2026

Schwacher Handelstag trotz starkem Umfeld

Trotz der positiven Perspektiven geriet die Aktie heute unter Druck. Der Titel schloss bei 40,51 Euro und liegt damit rund 4,8 Prozent unter dem jüngsten 52‑Wochen-Hoch von 42,53 Euro, das Mitte Januar markiert wurde. Im Wochenvergleich steht ein Rückgang von knapp 5 Prozent zu Buche – nach einer kräftigen Erholung seit dem Frühjahr.

Denn die mittelfristige Bilanz bleibt klar positiv:
– Auf Sicht von 30 Tagen ergibt sich ein Plus von gut 10 Prozent.
– Seit Jahresanfang liegt die Aktie rund 5,9 Prozent im Plus.
– Im Zwölfmonatsvergleich steht ein Zuwachs von etwa 18,8 Prozent – bei einem Abstand von über 68 Prozent zum 52‑Wochen-Tief von 24,09 Euro.

Diese Entwicklung spricht für eine Konsolidationsphase nach einer starken Rallye. Der Kurs notiert zudem deutlich über zentralen Durchschnittslinien: Rund 7,3 Prozent über dem 50‑Tage-Durchschnitt (37,75 Euro) und knapp 15 Prozent über dem 200‑Tage-Durchschnitt (35,23 Euro). Der 14‑Tage-RSI von 46,3 signalisiert dabei ein neutraleres kurzfristiges Kräfteverhältnis – weder Übertreibung nach oben noch nach unten.

Einordnung und Ausblick

Inhaltlich passt die aktuelle Kursbewegung damit gut zu der im Quelltext beschriebenen Gemengelage: operative Zuversicht, aber ein Markt, der nach schnellen Anstiegen zunächst Luft holt. Während das klassische Automobilgeschäft weiter unter einer zähen Erholung leidet, rücken die Bereiche Power & Sensor Systems und Anwendungen rund um KI-Rechenzentren stärker in den Vordergrund.

Spannend wird es am 4. Februar 2026: Dann legt Infineon die Quartalszahlen vor. Entscheidend wird sein, ob das Management die genannten KI-Ziele für 2026 bestätigt oder anhebt. Die aktuellen Konsensschätzungen sehen für das Geschäftsjahr 2026 einen Gewinn je Aktie von etwa 1,78 Euro. Bestätigen die Zahlen den skizzierten Wachstumspfad, hätte die Aktie eine solide Grundlage, um nach der laufenden Konsolidierung den Bereich um das jüngste Hoch erneut ins Visier zu nehmen.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.