Goldman Sachs hat gestern das Kursziel für Infineon von 88,00 auf 91,00 Euro angehoben und die Einstufung „Buy“ bestätigt. Begründet wird der Schritt mit einer beschleunigten Nachfrage aus dem KI-Bereich und einer Erholung der Endmärkte. Die Anhebung fällt in eine Phase, in der der Halbleiterkonzern mit soliden Quartalszahlen und einem neuen Rückkaufprogramm für Aufmerksamkeit sorgt.
Die Infineon-Aktie schloss gestern bei 62,81 Euro, ein moderates Plus von 0,29 Prozent. Bereits am Dienstag hatte das Papier von einer Rallye im europäischen Halbleitersektor profitiert und bei 63,01 Euro geschlossen.
Auf Wochensicht steht ein Plus von 4,01 Prozent, während sich der Kurs auf Monatssicht mit minus 9,85 Prozent noch deutlich von seinem 52-Wochen-Hoch von 89,67 Euro entfernt zeigt. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie dennoch mit 66,47 Prozent klar im Plus.
Rekordumsatz und angehobene Jahresprognose
Am 5. August legte Infineon die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal 2026 vor, das zum 30. Juni endete. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf einen Rekordwert von 4,172 Milliarden Euro. Das Segmentergebnis erreichte 797 Millionen Euro, was einer Marge von 19,1 Prozent entspricht.
Für das Gesamtjahr hob der Konzern seine Prognose an: Statt einer vagen „deutlich steigenden“ Umsatzentwicklung nennt das Management nun konkret rund 16,3 Milliarden Euro Umsatz, eine Segmentergebnis-Marge von etwa 20 Prozent und einen bereinigten Free Cashflow von rund 1,85 Milliarden Euro, nach zuvor 1,65 Milliarden Euro.
Zu den Zahlen zählt auch die erstmalige vollständige Konsolidierung des Sensorportfolios, das Infineon Anfang Juli von ams OSRAM übernommen hatte. Das Geschäft trägt einen Jahresumsatz von rund 230 Millionen Euro bei und stützt die Wachstumsbilanz im dritten Quartal zusätzlich.
Rückkaufprogramm und wachsender Goldman-Anteil
Parallel zu den Zahlen startete Infineon am 10. August ein neues Aktienrückkaufprogramm über die Börse Xetra. Bis zu drei Millionen Aktien sollen erworben werden, das vertraglich gedeckelte Budget liegt bei 225 Millionen Euro, laut Hauptversammlungsbeschluss sind bis zu 300 Millionen Euro möglich. Die Laufzeit reicht bis spätestens zum 13. November und dient der Bedienung von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen.
Bemerkenswert ist zudem eine Meldung vom 10. August: Goldman Sachs erhöhte seine Stimmrechtsanteile an Infineon auf über 5,5 Prozent. Die Investmentbank tritt damit nicht nur als Analysehaus, sondern auch als größerer Anteilseigner auf.
Gemischtes Bild bei weiteren Analystenstimmen
Am selben Tag bestätigten TD Cowen, Deutsche Bank und Morgan Stanley ihre Kaufempfehlungen, senkten jedoch im Rahmen einer sektorweiten Neubewertung ihre Kursziele. JPMorgan hatte bereits am 6. August das Rating „Overweight“ mit einem unveränderten Kursziel von 96,00 Euro bekräftigt – der höchste Wert unter den genannten Häusern. Kritischer positioniert sich mwb research, das nach den Q3-Zahlen bei „Hold“ mit einem Kursziel von 60,00 Euro blieb.
Für Bewegung sorgte zudem eine Insidertransaktion: Eine dem Aufsichtsratsmitglied Peter Gruber nahestehende Person verkaufte am 5. August 7.000 Aktien im Gesamtwert von 604.284 Euro.
Ausblick
Strategisch baut Infineon sein Geschäft mit KI-Rechenzentren weiter aus. Gemeinsam mit LS ELECTRIC entwickelt der Konzern hocheffiziente Gleichstrom-Stromversorgungslösungen für diesen Bereich. Die nächsten Geschäftszahlen, einschließlich des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2026, sind für den 10. November terminiert.
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