Infineon notiert auf einem 52-Wochen-Hoch. Die Aktie schloss am Freitag bei 57,32 Euro — ein Plus von rund 50 Prozent seit Jahresbeginn. Am Mittwoch folgen die Quartalszahlen. Sie werden zeigen, ob diese Bewertung trägt.
Hohe Erwartungen zum 6. Mai
Das Management hat für das zweite Geschäftsquartal einen Umsatz von rund 3,8 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Im Vorquartal waren es 3,66 Milliarden Euro. Der Gewinn je Aktie soll auf 0,38 Euro steigen.
JPMorgan-Analyst Sandeep Deshpande rechnet sogar mit angehobenen Jahreszielen. Die Bank hält ihr „Overweight“-Rating mit einem Kursziel von 48 Euro. Morgan Stanley ist optimistischer und setzt das Kursziel auf 58 Euro — mit Verweis auf gute Wachstumsperspektiven.
Ein wichtiger Faktor für den Ausblick: Zum 1. April erhöhte Infineon die Preise für bestimmte Leistungsschalter. Das gilt auch für bestehende Auftragsbestände. Die aktuellen Jahresziele bilden diese Aufschläge noch nicht ab. Können die Preiserhöhungen am Markt durchgesetzt werden, wäre eine Anhebung der Prognose die logische Konsequenz.
KI-Rechenzentren als Wachstumstreiber
Der strukturelle Rückenwind ist real. Der Umsatz mit Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren stieg von 250 Millionen Euro in 2024 auf über 700 Millionen Euro in 2025. Für 2026 peilt das Management rund 1,5 Milliarden Euro an.
Hinzu kommt ein gestiegener Marktanteil im Mikrocontroller-Geschäft: 23,2 Prozent in 2025, nach 21,4 Prozent im Vorjahr. Das war der stärkste Zuwachs unter allen Wettbewerbern — in einem leicht schrumpfenden Markt. Positive Signale von Texas Instruments und STMicroelectronics deuten auf Rückenwind für die gesamte Branche hin.
Japanische Allianz und China-Risiko
Auf der Risikoseite formiert sich Konkurrenz aus Japan. Rohm, Toshiba und Mitsubishi Electric haben Ende März ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Ziel: eine Fusion ihrer Leistungshalbleiter-Geschäfte. Das neue Unternehmen käme auf rund 11 Prozent globalen Marktanteil — Infineon hält derzeit 24 Prozent. Die Allianz zielt explizit auf den Siliziumkarbid-Markt, wo Infineon Marktführer ist.
Infineon reagiert mit Investitionen. Das Budget für Fertigungskapazitäten wurde auf 2,7 Milliarden Euro angehoben. Eine neue Fab in Dresden soll noch in diesem Sommer den Betrieb aufnehmen.
Offen bleibt das China-Risiko. Das Land macht 43 Prozent der Automotive-Erlöse aus. UBS prognostiziert dort einen Umsatzrückgang von 7 Prozent — für 2026 und 2027 gleichermaßen.
Die Quartalszahlen am 6. Mai werden vor allem an einem gemessen: ob Infineon die Preiserhöhungen tatsächlich durchsetzen konnte und die operative Marge entsprechend anzieht. Gelingt das, dürfte eine Anhebung des Jahresausblicks kaum zu vermeiden sein.
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