Geopolitische Handelsbeschränkungen zwingen Chinas Halbleiterindustrie zu einem massiven Strategiewechsel, der nun Europas Vorzeigeunternehmen trifft. Weil asiatischen Herstellern der Zugang zu modernsten Fertigungsanlagen verwehrt bleibt, fluten sie den Markt für klassische Leistungs- und Analogchips. Für Infineon bedeutet diese Entwicklung einen enormen Wettbewerbsdruck im historischen Kerngeschäft.
Skalierung als einzige Antwort
Auf einer Branchenkonferenz im polnischen Sopot skizzierte Thomas Altenmueller, Vice President Manufacturing Analytics bei Infineon, die technologischen Gegenmaßnahmen. Da chinesische Akteure von der extrem ultravioletten (EUV) Lithografie abgeschnitten sind, lenken sie ihre Investitionen in jene Chipkategorien, die für Automobil- und Industrieanwendungen essenziell sind. Um diesem rasanten Aufbau asiatischer Kapazitäten und dem drohenden Preisverfall standzuhalten, fordert das Management einen konsequenten Ausbau hochgradig automatisierter Produktionsanlagen in Europa.
Ein zentraler Baustein dieser Verteidigungsstrategie ist die Fertigung auf 300-Millimeter-Wafern. Die größeren Siliziumscheiben ermöglichen es, deutlich mehr Bausteine pro Durchlauf herzustellen und so die Stückkosten erheblich zu senken. Gepaart mit verstärkter Robotik und automatisierten Transportsystemen in den Reinräumen sollen so die im globalen Vergleich hohen europäischen Arbeitskosten kompensiert werden.
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Kostendruck trifft auf schwächere Kurse
An der Börse macht sich das zunehmend schwierigere Marktumfeld bereits bemerkbar. Am Dienstag ging das Papier bei 39,84 Euro aus dem Handel und notiert damit gut sechs Prozent unter der viel beachteten 50-Tage-Linie von 42,49 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen verzeichnet der Titel ein Minus von 7,67 Prozent, was die aktuelle Vorsicht der Anleger bezüglich der Wettbewerbsintensität widerspiegelt.
Die Sicherung der Marktanteile bei Leistungshalbleitern ist für die europäische Wirtschaft von strategischer Bedeutung. Diese technologisch hochkomplexen Bausteine regulieren den Stromfluss in Rechenzentren, treiben den Ausbau der Elektromobilität voran und optimieren die Einspeisung erneuerbarer Energien. Industrievertreter drängen daher im Rahmen der europäischen Industriepolitik darauf, nicht nur neue Leuchtturmprojekte durch den „Chips Act“ zu fördern, sondern die bestehende industrielle Basis gezielt zu modernisieren.
Der Erfolg von Infineon in diesem Umfeld erfordert eine zügige Umsetzung der geplanten Automatisierungsschritte. Gelingt es dem Konzern, die Skaleneffekte der 300-Millimeter-Fertigung schnell in niedrigere Stückkosten zu übersetzen, schafft das Unternehmen den notwendigen finanziellen Puffer, um dem asiatischen Preiskampf bei kritischen Elektronikkomponenten dauerhaft standzuhalten.
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