Infineon treibt seine Kooperationen im Bereich Rechenzentrums-Technik voran und setzt damit ein Gegengewicht zur jüngsten Skepsis einzelner Analysten. Im Zentrum steht dabei nicht mehr die vergangene Herabstufung, sondern eine Serie neuer technischer Allianzen, die das Datacenter-Geschäft als Wachstumsfeld unterstreichen.
Neue Absichtserklärung mit Skeleton Technologies
Anfang September unterzeichneten Infineon und Skeleton Technologies eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Entwicklung hocheffizienter, resilienter Stromversorgungslösungen für moderne Rechenzentren. Die Vereinbarung zielt auf ein Marktsegment, das durch den steigenden Energiebedarf von KI-Anwendungen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Konkrete Umsatz- oder Volumenangaben nannten die Unternehmen dazu nicht.
Kurz darauf folgte die Meldung, dass Infineon seine bestehende Zusammenarbeit mit SolarEdge Technologies ausbaut. Beide Firmen wollen gemeinsam Solid-State-Circuit-Breaker für 800-Volt-Gleichstrom-Rechenzentren weiterentwickeln, wie sie unternehmensseitig mitteilten.
Solche Schalttechnik gilt als Baustein für die Stromverteilung in besonders leistungsstarken KI-Serverfarmen. Die Kooperation vertieft damit eine bereits bestehende Partnerschaft der beiden Unternehmen.
Wearables als zweites Standbein
Parallel zum Rechenzentrums-Geschäft meldete Infineon Anfang September auch Fortschritte im Konsumgüterbereich: Gemeinsam mit mPTech stärkte das Unternehmen seine Kooperation, um gesicherte NFC-Zahlungsfunktionen für Wearables der nächsten Generation bereitzustellen. Das erste daraus resultierende Gerät soll den Unternehmensangaben zufolge ab November in Europa erhältlich sein. Damit adressiert Infineon neben dem margenstarken Rechenzentrumsgeschäft auch den Massenmarkt für vernetzte Endgeräte.
Analysten uneins über Bewertung
Die Nachrichtenlage bei Infineon bleibt von unterschiedlichen Einschätzungen der Analystenhäuser geprägt. Warburg Research hob die Aktie am Montag von „Hold“ auf „Buy“ an und beließ das Kursziel bei 84 Euro. Die Privatbank Berenberg bezeichnete den vorangegangenen Kursrückgang Medienberichten zufolge am Donnerstag als attraktiven Einstiegszeitpunkt und äußerte sich weiterhin positiv zum Wert.
Kursbild bleibt volatil
Die Infineon-Aktie schloss am Freitag bei 58,06 Euro und legte damit binnen eines Tages um 4,5 Prozent zu. Auf Wochensicht steht ein Plus von 2,2 Prozent zu Buche, während der Titel gegenüber dem 50-Tage-Durchschnitt von 61,68 Euro noch um 5,9 Prozent zurückliegt.
Trotz der jüngsten Erholung bleibt der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 89,67 Euro deutlich, was die anhaltende Schwankungsbreite des Papiers verdeutlicht.
Die Häufung an Kooperationsmeldungen aus dem Rechenzentrums- und Wearable-Segment zeigt, dass Infineon seine strategische Positionierung in wachstumsstarken Nischen konsequent ausbaut. Für Anleger dürfte entscheidend sein, wie sich diese Partnerschaften mittelfristig in Umsatzzahlen niederschlagen – bislang liegen dazu keine konkreten Angaben vor.
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