Der DAX-Konzern Infineon atmet auf. Am Donnerstag klettert die Aktie um 2,74 Prozent auf 73,05 Euro. Damit erholt sich der Wert leicht von den massiven Verlusten der vergangenen Tage. Auslöser des jüngsten Bebens war eine Kettenreaktion im globalen Chipsektor.
Samsung-Krise belastet
Am Dienstag erlebte Infineon einen der schwächsten Handelstage des Jahres. Die Aktie brach zum Xetra-Schluss um knapp acht Prozent ein. Die Ursache lag in Südkorea. Dort stürzten die Papiere von Samsung trotz gewaltiger Gewinne massiv ab. Die Börse setzte den Handel daraufhin zeitweise aus.
Die Folge: Panik erfasste umgehend die gesamte Halbleiterbranche. Auch Infineon konnte sich dem starken Abwärtsstrudel nicht entziehen.
Wichtige Linie fällt
Der scharfe Rücksetzer hinterlässt tiefe Spuren im Chart. Infineon fiel am Dienstag unter die 50-Tage-Linie. Aktuell notiert der Titel mit 73,05 Euro weiterhin unter diesem wichtigen Durchschnitt von 74,13 Euro. Das kurzfristige Bild hat sich damit klar eingetrübt.
Die Nervosität im Markt bleibt hoch. Das zeigt die extreme Schwankungsbreite von über 75 Prozent im vergangenen Monat. Fällt der Kurs weiter, rückt mittelfristig die 200-Tage-Linie bei 48,10 Euro in den Blick.
Teure Zukunftswette
Neben der Charttechnik rückt die fundamentale Bewertung in den Fokus. Das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2026 liegt bei fast 61. Damit übertrifft der Halbleiterkonzern seinen langjährigen Durchschnitt um mehr als das Doppelte.
Auch für das Folgejahr bleibt die Aktie ambitioniert bewertet. Analysten registrieren parallel dazu erste Ermüdungserscheinungen beim bisher dominanten Thema Künstliche Intelligenz. Anleger müssen bei konstanten Kursen lange warten, bis der Konzern in seine aktuelle Bewertung hineinwächst.
Das langfristige Bild bleibt indes intakt. Seit Jahresanfang verzeichnet Infineon noch immer ein Plus von gut 90 Prozent. Für eine nachhaltige Entwarnung muss der Kurs nun zwingend die 50-Tage-Linie zurückerobern. Scheitert dieser Versuch, drohen der Aktie weitere Abverkäufe.
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