Infineon hat mit den Zahlen zum dritten Geschäftsquartal einen Rekordumsatz von 4,17 Milliarden Euro erzielt, ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Periodengewinn kletterte um 39 Prozent auf 423 Millionen Euro, das Ergebnis je Aktie lag bei 0,32 Euro.
Konzernchef Jochen Hanebeck nutzte die Vorlage, um die Jahresprognose deutlich anzuheben: Statt eines nur „deutlichen Anstiegs“ erwartet er nun einen Konzernumsatz von rund 16,3 Milliarden Euro für das laufende Geschäftsjahr.
Besonders auffällig ist die Anpassung im Bereich Künstliche Intelligenz. Das Umsatzziel für KI-Chips wurde von zuvor 1,5 Milliarden Euro auf über 1,6 Milliarden Euro erhöht. Für das vierte Quartal rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von etwa 4,7 Milliarden Euro bei einer Segmentergebnismarge von rund 23 Prozent.
Als Wachstumstreiber nennt Infineon ausdrücklich die Kooperation mit Nvidia bei einer 800-Volt-Architektur für KI-Rechenzentren – ein Geschäftsfeld, das nach den jüngsten Zahlen zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Halbleiter-Rally befeuert den Kurs
Der Aktienkurs profitierte am Mittwoch zusätzlich von einer sektorweiten Halbleiter-Rally, ausgelöst durch eine angehobene Umsatzprognose des Branchenausrüsters ASML für 2026. Infineon schloss bei 63,01 Euro, ein Plus von 0,5 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Sieben-Tage-Sicht steht die Aktie mit 5,1 Prozent im Plus – ein Zeichen dafür, dass sich die Stimmung nach der jüngsten Konsolidierung wieder aufhellt.
Untermauert wird die positive Entwicklung durch operative Fortschritte im Kerngeschäft. Infineon brachte mit der Produktfamilie ISSI20BxxF neue Solid-State-Isolatoren auf den Markt, die mittels Coreless-Transformer-Technologie Leistungsschalter in der Industrieautomatisierung steuern.
Zudem qualifizierte MediaTek den 512-Mb-Quad-SPI-NOR-Flash-Speicher von Infineon für seine „Dimensity Auto Cockpit“-Plattform C-X1, die KI-gestützte Funktionen in Fahrzeugen unterstützen soll – ein weiterer Beleg dafür, dass sich Infineon-Komponenten über mehrere Wachstumsmärkte hinweg verbreiten.
Rückkaufprogramm und Kapitalmarkt-Reaktion
Parallel zu den operativen Nachrichten hat Infineon ein Aktienrückkaufprogramm über die Börse gestartet, mit einem Volumen von bis zu drei Millionen Aktien beziehungsweise maximal 300 Millionen Euro. Das beauftragte Kreditinstitut wurde zunächst auf ein Budget von 225 Millionen Euro begrenzt.
Zweck des Programms ist laut Unternehmensangabe die Erfüllung von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen, nicht eine klassische Kapitalrückführung an die Aktionäre.
Am Kapitalmarkt kam die Kombination aus Rekordzahlen, angehobener Prognose und KI-Rückenwind gut an. Goldman-Sachs-Analyst Alexander Duval hob am 10. August sein Kursziel für Infineon auf 91,00 Euro an und bestätigte die Einstufung „Buy“ – als Begründung nannte er die beschleunigte Nachfrage im KI-Segment.
Für den weiteren Jahresverlauf richtet sich der Blick nun auf November, wenn Infineon die detaillierte Prognose für das Geschäftsjahr 2027 vorlegen will.
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