Nach einem der heftigsten Ausverkäufe des Jahres dreht Infineon wieder auf. Zwei Handelstage in Folge gehört die Aktie zu den stärksten Werten im DAX — getrieben von einer globalen Erholung im Halbleitersektor.
Broadcom zog den ganzen Sektor nach unten
Auslöser des Einbruchs war ein enttäuschender Ausblick von Broadcom Anfang vergangener Woche. Hinzu kam ein überraschend starker US-Jobsbericht für Mai. Die Kombination befeuerte Spekulationen auf länger erhöhte Zinsen. Anleger rotierten scharf aus hochbewerteten Chipwerten in defensivere Segmente.
Infineon traf das besonders hart. Die Aktie war vom 52-Wochen-Hoch bei 89,67 Euro abgekippt und notiert aktuell bei 77,93 Euro — rund 13 Prozent darunter.
Asien macht den Anfang, Europa folgt
Die Erholung startete in Asien. Der südkoreanische KOSPI glich am Dienstag sein Minus von mehr als acht Prozent vom Wochenbeginn nahezu vollständig aus. SK Hynix sprang dabei um fast elf Prozent nach oben.
Das Signal kam an. Europäische Halbleiterwerte stabilisierten sich, Infineon legte via Xetra zeitweise 3,11 Prozent auf 80,67 Euro zu. Bereits am Montag war die Aktie mit einem Plus von 5,47 Prozent der stärkste Wert im DAX gewesen.
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Rückenwind kam auch von der Geopolitik. US-Präsident Trump erklärte, ein Deal zur Beendigung des Iran-Konflikts könnte in zwei bis drei Tagen erreicht werden. Die Straße von Hormus würde danach sofort wieder öffnen. Das beruhigte die Stimmung zusätzlich.
Jahresplus von über 100 Prozent trotz Rücksetzer
Das große Bild bleibt bemerkenswert. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von über 103 Prozent. Das Unternehmen hatte zuletzt seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026 auf über 16 Milliarden Euro angehoben.
Die annualisierte Volatilität liegt bei 73 Prozent — ein außergewöhnlich hoher Wert. Wer die Jahresperformance einordnet, muss das mitdenken: Die scharfen Bewegungen der vergangenen Woche waren kein Ausreißer, sondern Ausdruck eines Kurses, der in beide Richtungen schnell reagiert.
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