Während ein großer Player das Kursziel kräftig anhebt, warnt ein anderer vor ausgereiztem Potenzial. Der Biotech-Konzern Incyte steckt mitten in einem Bewertungsdilemma – und Anleger fragen sich: Wer hat recht?
Zerrissene Analystenlandschaft
Die Investmentbank JPMorgan zeigt sich zuversichtlich und hob das Kursziel für Incyte deutlich von 73 auf 89 Dollar an, behält aber ein „Neutral“-Rating bei. Diesem Optimismus steht jedoch eine frische Herabstufung von Oppenheimer gegenüber. Die Analysten dort sehen die Aktie nach der starken Performance seit Jahresbeginn als fair bewertet an und zogen ihre „Outperform“-Empfehlung auf „Perform“ zurück.
FDA-Zulassungen als Wachstumstreiber
Hinter der positiven Grundstimmung stehen wichtige regulatorische Meilensteine. Erst im September erhielt Incytes Opzelura-Creme die Zulassung für die Behandlung von Neurodermitis bei Kindern – als erstes topisches JAK-Inhibitor-Präparat für diese Altersgruppe. Bereits im Mai kam die Freigabe für Zynyz gegen fortgeschrittenen Analkrebs hinzu. Diese neuen Medikamente sollen gemeinsam mit Niktimvo und Monjuvi die Umsätze bis 2029 deutlich steigern.
Jakafi-Patentablauf als Damoklesschwert
Doch über allem schwebt ein großes Risiko: Der Patentschutz für den Blockbuster Jakafi läuft noch in diesem Jahrzehnt aus. Oppenheimers Herabstufung speist sich aus der Sorge, dass die neuen Präparate den erwarteten Umsatzrückgang nicht vollständig kompensieren können. Incyte arbeitet zwar an weiteren Therapien für Hautkrankheiten, doch der Beweis steht noch aus.
Die Aktie notierte zuletzt bei rund 73 Euro, nachdem sie im November 2024 bei über 77 Euro ein 52-Wochen-Hoch markiert hatte. All eyes on October 28: Dann liefert das Quartalsergebnis den nächsten wichtigen Baustein in diesem spannenden Analysten-Poker.
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