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ImmunityBio: 27.76x Sales-Multiple unter Druck

ImmunityBio verzeichnet starke Verkaufszahlen für Anktiva, kämpft aber mit FDA-Rüge und einer Sammelklage von Investoren.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatzsprung bei Blasenkrebsmittel Anktiva
  • FDA rügt irreführende Werbekampagne
  • Sammelklage von Aktionären eingereicht
  • Hohe Bewertung birgt Risiken

Starke Verkaufszahlen, explodierende Kurse und eine prall gefüllte Kasse. Auf dem Papier liest sich die Bilanz von ImmunityBio wie ein lupenreiner Biotech-Erfolg. In der Realität kämpft das Unternehmen mit einer irreführenden Werbekampagne, einer Sammelklage und einer Bewertung, die keine Fehler mehr verzeiht.

Die Aktie hat seit Jahresbeginn um rund 275 Prozent zugelegt. Das treibt die Bewertung auf das 27-Fache der erwarteten Jahresumsätze. Operativ liefert das Unternehmen durchaus Argumente für diesen Optimismus. Der vorläufige Produktumsatz im ersten Quartal 2026 lag bei 44,2 Millionen US-Dollar. Damit übertraf ImmunityBio die Markterwartungen deutlich.

Das Blasenkrebs-Medikament Anktiva gewinnt kommerziell an Fahrt. Die Zulassung erstreckt sich mittlerweile auf fünf Rechtsordnungen. Parallel dazu stärkte das Management die Bilanz. Die liquiden Mittel stiegen bis Ende März auf knapp 381 Millionen US-Dollar. Flankiert wird dies von einem neuen Finanzierungspaket über 100 Millionen US-Dollar.

Warnbrief und Sammelklage

Die aggressive Vermarktung fordert nun ihren Tribut. Ende März rügte die US-Gesundheitsbehörde FDA den CEO Richard Adcock in einem öffentlichen Warnbrief. Ein Werbespot und ein Podcast hatten den irreführenden Eindruck erweckt, Anktiva könne alle Krebsarten heilen oder sogar verhindern. Die Börse reagierte prompt. Der Aktienkurs brach an diesem Tag um 21 Prozent ein.

Aus dem behördlichen Einschreiten erwächst ein juristisches Nachspiel. Ende April reichte eine Kanzlei eine Sammelklage gegen ImmunityBio und Teile des Managements ein. Investoren, die zwischen Mitte Januar und Ende März Papiere des Unternehmens kauften, fordern Schadensersatz.

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Analysten bleiben optimistisch

Ungeachtet der juristischen Turbulenzen halten Marktbeobachter an der Aktie fest. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 12,57 US-Dollar. D. Boral Capital ruft sogar 23 US-Dollar auf. Die Experten setzen auf die klinische Pipeline. Die wichtige QUILT-2.005-Studie ist vollständig rekrutiert, ein ergänzender Zulassungsantrag für dieses Jahr bleibt auf Kurs.

Ein Blick unter die Motorhaube offenbart die fundamentale Fallhöhe. Einer Marktkapitalisierung von über fünf Milliarden US-Dollar stehen massive operative Verluste gegenüber. ImmunityBio verbrennt viel Geld, um die Entwicklung von Anktiva und weiteren Wirkstoffen zu finanzieren. Die aktuelle Bilanz stützt sich auf zukünftige Erwartungen, nicht auf gegenwärtige Gewinne.

Bis zum 26. Mai läuft die Frist für die Benennung eines Hauptklägers in der Sammelklage. Parallel prüft die FDA einen im März neu eingereichten Zulassungsantrag für eine erweiterte Anktiva-Therapie. Fällt die behördliche Entscheidung positiv aus, rückt das operative Geschäft wieder in den Vordergrund. Bei weiteren Verzögerungen bietet die hohe Bewertung kaum noch Puffer nach unten.

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Diskussion zu ImmunityBio

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.