Kursziele fallen, ein DOJ-Vergleich belastet die Schlagzeilen, und die Aktie notiert rund 14 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau. IBM geht mit erheblichem Gegenwind in seine Quartalszahlen am 22. April.
Analysten kürzen, aber nicht alle
Morgan Stanley hat sein Kursziel bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr gesenkt — zuletzt von 247 auf 215 Dollar. Das entspricht einem Rückschnitt von ursprünglich 304 Dollar seit Februar. Die Bank sieht Katalysatoren für eine Neubewertung erst dann, wenn IBM eine nachhaltige Softwarebeschleunigung, höheren freien Cashflow oder konkrete Fortschritte im Quantencomputing vorweisen kann.
BofA-Analyst Wamsi Mohan bleibt trotz Kurszielkürzung von 340 auf 300 Dollar bei seiner Kaufempfehlung. RBC Capital senkte auf 330 Dollar, Wedbush hält an 340 Dollar fest. Citi Research initiierte die Abdeckung mit Kaufempfehlung und Kursziel 285 Dollar — Analyst Fatima Boolani verwies auf IBMs Stärke bei der KI-Implementierung in Großunternehmen und sieht die Angst vor KI-nativen Startups als übertrieben.
Der Kurs selbst hat sich zuletzt stabilisiert. Die Aktie schloss am Freitag bei 213,35 Euro, knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 214,65 Euro. Auf Wochensicht steht ein Plus von knapp acht Prozent — ein Lebenszeichen, aber noch kein Trendwechsel.
DOJ-Vergleich: Präzedenzfall mit Signalwirkung
IBM einigte sich mit dem US-Justizministerium auf einen Vergleich über rund 17 Millionen Dollar. Der Vorwurf: Das Unternehmen soll bei Einstellungen und Beförderungen Rasse, Hautfarbe, Herkunft oder Geschlecht berücksichtigt und staatliche Vertragsmittel für DEI-Programme genutzt haben. IBM bestritt jedes Fehlverhalten. Die Einigung ist kein Schuldanerkenntnis.
Bemerkenswert ist der Kontext: Es handelt sich um die erste Einigung unter der neuen Civil Rights Fraud Initiative des DOJ. Ein Präsidialerlass vom 26. März verschärft die Regeln für DEI-Aktivitäten in Bundesverträgen zusätzlich. IBM kooperierte mit den Behörden und beendete die betroffenen Programme freiwillig — das senkte die Strafe.
Was die Zahlen zeigen müssen
Analysten erwarten für das erste Quartal einen Umsatz von 15,61 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 1,81 Dollar. Das wäre ein Anstieg von rund elf Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. IBM hat die Konsensschätzungen in den vergangenen vier Quartalen jedes Mal übertroffen — mit einer durchschnittlichen positiven Überraschung von 7,9 Prozent.
Im Fokus stehen die Integration der Confluent-Akquisition, das Wachstum bei Red Hat sowie die Entwicklung im Software- und Beratungsgeschäft. BofA rechnet allein mit rund 50 Millionen Dollar Confluent-Umsatzbeitrag. Das Management hatte für 2026 ein Umsatzwachstum von über fünf Prozent und einen freien Cashflow von rund 15,7 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.
Ob IBM diese Ziele bestätigt oder erste Risse zeigt, entscheidet sich am Dienstag nach Börsenschluss.
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