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IBM Aktie: Spannungen allgegenwärtig?

IBM stärkt Führung und schließt neue Verträge, doch die Aktie leidet unter Befürchtungen, KI-Tools könnten das traditionelle COBOL-Geschäft gefährden.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Neue Besetzung im erweiterten Verwaltungsrat
  • Großauftrag für US-Verteidigungsbehörde
  • KI-Partnerschaft für Spracherkennung gestartet
  • Cybersecurity-Report warnt vor KI-gestützten Angriffen

IBM arbeitet gleichzeitig an mehreren Fronten: mehr Schlagkraft im Verwaltungsrat, neue Aufträge im öffentlichen Sektor und ein frischer Blick auf die Cyber-Bedrohungslage. Trotzdem bleibt die Aktie angeschlagen – ausgerechnet wegen der Sorge, dass KI aus einem angestammten Geschäftsfeld die Luft herauslässt. Wie passt das zusammen?

Neuer Kopf im Board – Fokus auf Transformation

Zum 1. März 2026 hat IBM seine Satzung angepasst und den Verwaltungsrat auf 14 Mitglieder vergrößert. Mit Ramon Laguarta zieht dabei ein prominenter Manager ein: Der 62-Jährige ist Chairman und CEO von PepsiCo und führt den Konzern seit 2018.

IBM betont mit der Wahl vor allem den Wert von Erfahrung in Transformation und Skalierung von Technologie. Die Botschaft: Der Konzern will seine strategische Ausrichtung langfristig absichern – und dafür gezielt Know-how von außen in die Governance holen.

112-Millionen-Dollar-Auftrag und ein KI-Partner für Sprache

Parallel meldet IBM einen neuen Verteidigungsauftrag: Die Defense Commissary Agency (DeCA) vergibt einen Vertrag mit einem Maximalvolumen von 112 Millionen US-Dollar über bis zu fünf Jahre. Ziel ist die Modernisierung von Preisanzeigen in Militär-Supermärkten (Commissaries) weltweit.

Konkret geht es um Upgrades des bestehenden Electronic-Shelf-Label-Systems in 177 US-Standorten sowie um Neuinstallationen an 58 Auslandsstandorten in 12 Ländern. Zum Paket gehören außerdem Wartung, Softwarelizenzen, Sicherheitsleistungen, Schulungen und laufender Support.

Dazu kommt eine weitere KI-Nachricht: IBM startet laut Bericht seine erste Voice-AI-Partnerschaft und integriert die Speech-to-Text-Technologie von Deepgram in Watsonx Orchestrate. Damit stärkt IBM den Anspruch, Automatisierung in Unternehmensprozessen breiter auszurollen.

Cybersecurity-Report: KI beschleunigt Angriffe

Mit dem „2026 X-Force Threat Intelligence Index“ positioniert sich IBM zudem als Taktgeber im Enterprise-Sicherheitsmarkt. Der Report beschreibt, dass Angreifer grundlegende Sicherheitslücken deutlich häufiger ausnutzen – beschleunigt durch KI-Tools.

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IBM X-Force beobachtete einen Anstieg um 44% bei Attacken, die mit der Ausnutzung öffentlich erreichbarer Anwendungen starteten. Als Treiber nennt der Bericht fehlende Authentifizierungskontrollen und KI-gestützte Schwachstellen-Suche. Ransomware- und Erpressungsgruppen legten demnach um 49% zu, große Supply-Chain- und Drittanbieter-Kompromittierungen hätten sich seit 2020 nahezu vervierfacht. 2025 war „Vulnerability Exploitation“ laut X-Force mit 40% der beobachteten Vorfälle die häufigste Ursache.

Ein weiterer Punkt zeigt, wie stark KI-Plattformen ins Visier geraten: Infostealer-Malware führte 2025 zur Offenlegung von mehr als 300.000 ChatGPT-Zugangsdaten. IBM leitet daraus ab, dass KI-Dienste beim Credential-Risiko inzwischen auf dem Niveau anderer zentraler Enterprise-SaaS-Anwendungen angekommen sind.

Warum die Aktie trotzdem wackelt

Der Kursdruck Anfang 2026 hängt laut Quelltext vor allem an der KI-„Disruption“-Erzählung rund um COBOL. Der Auslöser: Das KI-Unternehmen Anthropic kündigte an, bei der Modernisierung von COBOL helfen zu können – also einer Programmiersprache, die in vielen Großunternehmen weiter genutzt wird und in deren Modernisierung IBM traditionell stark ist. Anleger fürchten, dass KI-Tools hier Geschäft wegnehmen könnten.

Ein Teil der Analysten hält dagegen: Sie sehen das Wachstum eher in KI- und Hybrid-Cloud-Software und warnen davor, Risiken in einem Segment mit einer Bedrohung für den gesamten Konzern gleichzusetzen.

An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit weiterhin: Mit 220,10 € liegt die Aktie rund 19% unter ihrem 52‑Wochen‑Hoch.

Im Kalender steht außerdem ein konkreter Termin: Die nächste Dividendenzahlung ist für den 10. März 2026 geplant. Bis dahin dürfte sich die Diskussion weiter darum drehen, ob IBM mit Software, KI und Security die Sorgen um mögliche Verdrängungseffekte im COBOL-Umfeld überzeugend entkräften kann.

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