IBM geriet gestern im Zuge eines breiten Ausverkaufs bei Technologiewerten unter Druck. Die Aktie schloss bei 206,60 € mit einer Tagesveränderung von -1,1%. Damit stand vor dem anstehenden Quartalsbericht die Schwäche des Sektors im Vordergrund – trotz einer deutlichen Kurszielanhebung durch Morgan Stanley.
Medienberichten zufolge zogen Technologieaktien die Wall Street am Freitag nach unten. Die Bewegung bei IBM fügte sich damit in das schwache Branchenumfeld ein. Für Anleger rückt jetzt die Frage nach vorn, ob die Geschäftsentwicklung die vorsichtigen Erwartungen der Analysten erfüllt.
Höheres Kursziel, unveränderte Einstufung
Morgan-Stanley-Analyst Erik Woodring erhöhte am Donnerstag sein Kursziel für IBM von 190 $ auf 238 $. Die Einstufung beließ er bei „Equal Weight“. Das höhere Ziel ging somit nicht mit einer positiveren Anlageempfehlung einher.
Woodring erwartet weitgehend erwartungsgemäße Quartalszahlen und einen entsprechenden Ausblick auf das Schlussquartal. Als Stützen nennt er den Abschluss zuvor verschobener Geschäfte sowie Stärke im Infrastrukturgeschäft. Gleichzeitig verweist er auf anspruchsvolle Vergleichswerte und Wettbewerb über das Berichtsquartal hinaus.
Eine optimistischere Einstufung vertrat am Dienstag RBC-Capital-Analyst Matthew Swanson. Er bestätigte „Outperform“ mit einem Kursziel von 270 $. Beide Häuser unterscheiden sich damit sowohl beim Ziel als auch bei der Bewertung der Aktie.
Die Anhebung von Morgan Stanley ist deshalb differenziert zu lesen: Woodring setzte die Zielmarke deutlich höher, hielt aber an seiner neutralen Einstufung fest. Seine Erwartungen verbinden kurzfristige operative Unterstützung mit Vorbehalten für die weitere Entwicklung. Der Quartalsbericht wird zeigen, wie IBM die eigene Lage einschätzt.
Berichtstermin und Forschungsfortschritte
IBM hat die Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des dritten Quartals 2026 für den 21. Oktober um 17 Uhr ET angesetzt. Damit steht in der kommenden Woche ein konkreter Termin für die Einordnung der Geschäftsentwicklung an.
Parallel meldete IBM Fortschritte bei längerfristigen Forschungsvorhaben. Am Donnerstag kündigte das Unternehmen mit Siemens eine Forschungszusammenarbeit zur Weiterentwicklung seiner Nanostack-Transistorarchitektur an. Dabei sollen IBMs Arbeiten an Halbleiterbauelementen mit Siemens’ Kompetenzen bei Elektronikdesign und Fertigung zusammenkommen.
Bereits am 7. Oktober hatte IBM die Auswahl für die dritte Phase der Quantum Benchmarking Initiative von DARPA bekannt gegeben. Das Unternehmen verbindet damit Fortschritte auf dem Weg zu einem fehlertoleranten Quantencomputer.
Diese Meldungen betreffen Forschungsarbeiten. Die von Woodring genannten kurzfristigen Geschäftstreiber sind dagegen verschobene Abschlüsse und das Infrastrukturgeschäft. Für die bevorstehende Ergebnisvorlage liegt genau dort der operative Prüfpunkt.
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