IBM startet ins neue Jahr mit einem deutlichen Eingriff ins operative Geschäft. Höhere Preise, weniger Gratis-Support und der Milliardenkauf von Confluent setzen den Rahmen für 2026. Entscheidend wird nun, ob das Paket aus Preiserhöhungen und KI-Offensive die erhoffte Margensteigerung bringt, ohne Kunden zu verprellen.
Preiserhöhungen und Support-Umbau
Zum Jahresbeginn hat IBM seine weltweite Preisstruktur angepasst. Im Rahmen der „Global Price Harmonization“ steigen die Preise für einen Großteil des Software- und Hardware-Portfolios im Schnitt um rund 6 %. Betroffen sind unter anderem IBM Power Systems und verteilte Softwareprodukte.
Bei Wartungsverträgen für bestimmte Altsysteme wie IBM i fallen die Anpassungen noch kräftiger aus – hier sind Aufschläge von bis zu 10 % vorgesehen. Das signalisiert klar: Kunden sollen mittelfristig von klassischen On-Premise-Lösungen in moderne, cloud-native Umgebungen wechseln.
Parallel dazu stellt IBM den Support für die IBM Cloud im Basic-Tarif vollständig um. Kostenlose, menschliche Unterstützung entfällt in dieser Stufe ab sofort. Nutzer des Basistarifs werden auf ein reines Self-Service-Modell auf Basis von KI gelenkt. Wer weiterhin persönlichen Support benötigt, muss in kostenpflichtige Supportpläne wechseln, die bei etwa 200 US-Dollar pro Monat starten.
Damit verfolgt IBM zwei Ziele: Die eigenen KI-Plattformen – insbesondere watsonx – im Echtbetrieb zu skalieren und gleichzeitig die Supportkosten zu senken. Der Konzern setzt klar darauf, KI-gestützte Services stärker zu monetarisieren.
Marktreaktion und jüngste Entwicklung
An der Börse spiegelt sich zunächst eine eher nüchterne Neubewertung wider. Der Kurs liegt mit rund 296 US-Dollar leicht unter dem Niveau zum Jahreswechsel, nachdem die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt deutlich zugelegt hat. Die Konsolidierung fällt moderat aus und passt zu einem Umfeld, in dem Anleger Chancen und Risiken der neuen Maßnahmen gegeneinander abwägen.
Auf Unternehmensseite fügt sich der operative Umbau in eine bereits im Dezember angestoßene Transformation ein. IBM hatte kurz vor Jahresende die Übernahme des Datenstreaming-Spezialisten Confluent für 11 Milliarden US-Dollar in bar angekündigt – die größte Akquisition seit Red Hat. Ziel ist der Aufbau einer umfassenden „Smart Data“-Plattform, die Unternehmensdaten für generative KI-Anwendungen nutzbar macht.
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Rückenwind erhält diese Strategie von den Q3-Zahlen 2025. IBM übertraf mit 16,33 Milliarden US-Dollar Umsatz die damaligen Analystenerwartungen leicht. Besonders auffällig war ein Zuwachs der AI-Buchungen um 50 % im Jahresvergleich. Das stützt den Kurs von CEO Arvind Krishna, der den Konzern klar auf Hybrid Cloud und KI ausrichtet.
Wesentliche Eckpunkte der aktuellen Lage:
– Globaler Preisanstieg um rund 6 % über große Teile des Portfolios
– Teilweise bis zu 10 % höhere Wartungspreise für Legacy-Systeme
– Wegfall kostenlosen menschlichen Supports in der IBM Cloud Basic-Stufe
– Geplante Confluent-Übernahme für 11 Mrd. US-Dollar zur Stärkung der Daten- und KI-Plattform
– Deutlicher Anstieg der AI-Buchungen im Q3 2025
Kontext: Effizienz durch KI
Konzeptionell folgt IBM einem klaren Margen-Narrativ: Standardleistungen werden stärker automatisiert, Premiumleistungen stärker bepreist. Das passt zu einem breiten Branchentrend, in dem KI nicht nur als Wachstumsstory, sondern als Effizienzhebel dient.
Das neue Supportmodell für die Cloud-Basiskunden erfüllt dabei eine Doppelrolle. Einerseits reduziert es den Bedarf an menschlichen Support-Ressourcen in einem preissensiblen Segment. Andererseits testet IBM seine KI-Lösungen im Masseneinsatz – mit echten Kunden und realen Problemstellungen. Für ein Unternehmen mit starkem Enterprise-Fokus ist das ein wichtiger Belastungstest, denn Großkunden legen großen Wert auf Verlässlichkeit und Servicequalität.
Die Preiserhöhungen werden von Analysten als Instrument gesehen, um steigende Personalkosten abzufedern und die in der zweiten Jahreshälfte 2025 sichtbare Margenexpansion fortzuschreiben. Gleichzeitig bleibt der Umbau weg von Legacy-Infrastruktur hin zu hybriden Cloud- und KI-Dienstleistungen der Kern der Investmentstory.
Ausblick auf die nächsten Wochen
Der nächste größere Prüfstein wartet noch im Januar, wenn IBM die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vorlegen will. Besonders im Fokus stehen dann erste Hinweise auf mögliche Kundenabwanderung nach dem Support-Umbau sowie Aussagen zum Zeitplan der Confluent-Integration.
Charttechnisch bewegt sich die Aktie nahe einem Unterstützungsbereich, der sich um das aktuelle Kursniveau von gut 296 US-Dollar gebildet hat. Aus Sicht vieler Marktteilnehmer wäre eine Stabilisierung oberhalb dieser Zone ein Signal, dass die jüngsten Maßnahmen als insgesamt wertsteigernd eingeschätzt werden, während ein Durchbruch nach unten eher auf Skepsis in Bezug auf Preissetzungsmacht und Integrationsrisiken hindeuten würde.
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