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Symbolbild, KI-generiert

IBM Aktie: Mainframe-Nachholeffekt?

IBM erwartet mehr freien Mittelzufluss und stärkeres Softwarewachstum, hält aber an der Konzernumsatzprognose fest; die Bruttomarge blieb hinter Erwartungen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Free Cashflow soll 2026 stärker wachsen
  • Softwareprognose steigt auf 7–8 Prozent
  • Umsatz und bereinigter Gewinn übertrafen Erwartungen
  • Bereinigte Bruttomarge blieb unter Konsens

IBM traut sich nach den gestern veröffentlichten Quartalszahlen einen stärkeren Anstieg des freien Mittelzuflusses zu. Zugleich hebt das Unternehmen die Untergrenze seiner Softwareprognose an. Nachgeholte Vertragsabschlüsse stützen die Erholung. Für Anleger bleibt das Bild dennoch gemischt: Umsatz und bereinigter Gewinn übertreffen die Erwartungen, die bereinigte Bruttomarge bleibt dahinter zurück.

Mehr Zuversicht beim Mittelzufluss

Für 2026 erwartet IBM nun einen Free-Cashflow-Zuwachs von mehr als 1 Mrd. US-Dollar gegenüber dem Vorjahr. Bislang hatte das Unternehmen einen Anstieg um etwa 1 Mrd. US-Dollar angekündigt.

Damit verbessert IBM den Ausblick auf den Mittelzufluss, ohne die Umsatzprognose für den Gesamtkonzern anzuheben. Die höhere Zuversicht beim Cashflow geht also nicht mit einer grundsätzlich höheren Wachstumserwartung einher.

Im dritten Quartal erzielte IBM einen freien Mittelzufluss von 3,0 Mrd. US-Dollar. Der operative Cashflow erreichte 4,0 Mrd. US-Dollar. Für das Gesamtjahr bleibt die Prognose eines währungsbereinigten Umsatzwachstums von 4–5 % bestehen.

Die Zahlen liefern damit ein differenziertes Signal: IBM sieht beim verfügbaren Mittelzufluss mehr Spielraum. Beim konzernweiten Wachstum hält das Management dagegen an seinem bisherigen Rahmen fest.

Vertragsabschlüsse stützen die Softwareprognose

Laut Reuters erwartet IBM für 2026 nun ein Software-Umsatzwachstum von 7–8 % statt zuvor 6–8 %. Das Unternehmen hebt damit die Untergrenze an, lässt das obere Ende der Spanne aber unverändert.

Hinter der verbesserten Einschätzung stehen auch Verträge, deren Abschluss sich zuvor verzögert hatte. Finanzchef Jim Kavanaugh zufolge wurden rund zwei Drittel der verschobenen Mainframe- und zugehörigen Softwareverträge inzwischen abgeschlossen. Das berichtete CNBC TV18 heute.

Der Softwareumsatz erreichte im dritten Quartal 7,8 Mrd. US-Dollar und wuchs um 8,3 %. Damit lag er über der von CNBC TV18 genannten Analystenerwartung von 7,64 Mrd. US-Dollar.

Die Nachholeffekte erklären allerdings nicht das gesamte Geschäft. Reuters zufolge entfiel im Bereich Transaction Processing ein Viertel des Umsatzes auf zuvor verschobene Verträge. Drei Viertel stammten aus Neugeschäft. Diese Unterscheidung ist für die Bewertung der Erholung wesentlich: Nachgeholte Abschlüsse und neue Nachfrage tragen gemeinsam zum Ergebnis bei.

Ergebnis über Erwartungen, Marge darunter

Der Konzernumsatz stieg im dritten Quartal 2026 auf 17,1 Mrd. US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 5 % gegenüber dem Vorjahr und übertraf die Analystenerwartungen.

Auch beim bereinigten Ergebnis je Aktie lag IBM über dem Konsens. Die positive Überraschung bei Umsatz und Gewinn ging jedoch nicht mit einer entsprechend starken Bruttomarge einher.

Das bereinigte Ergebnis je Aktie betrug 2,95 US-Dollar gegenüber erwarteten 2,86 US-Dollar. Die bereinigte Bruttomarge erreichte laut CNBC 58,5 %.

Damit verfehlte die Marge die Erwartungen. Das begrenzt die Aussagekraft der positiven Umsatzüberraschung: Mehr Geschäft schlug sich nicht in der von Analysten angenommenen Bruttorentabilität nieder.

Im Consulting blieb der Umsatz gegenüber dem Vorjahr unverändert. Zugleich gewinnt künstliche Intelligenz dort an Gewicht: Laut Finanzchef entfielen rund 30 % des Consulting-Umsatzes und 35 % des Auftragsbestands auf KI.

Für Anleger liegt der Fortschritt deshalb vor allem im verbesserten Cashflow-Ausblick und der höheren Software-Untergrenze. Eine breitere Beschleunigung des Konzerns signalisiert IBM mit seiner unveränderten Umsatzprognose noch nicht.

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Diskussion zu IBM

Felix Baarz

Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Kapitalmarktexperten seit August 2026 Beiträge zu Analystenstimmen, Quartalszahlen und Übernahmen sowie Marktberichte zu DAX und europäischen Märkten.Quellen dieses Ressorts: Analystenstudien und Researchmitteilungen der Häuser, Quartals- und Geschäftsberichte, Angebotsunterlagen und Pflichtmitteilungen bei Übernahmen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.