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Symbolbild, KI-generiert

IBM Aktie: Mainframe-Krise verschärft sich?

Truist sieht IBM solide im Enterprise-Computing aufgestellt, nennt aber Umsetzungsrisiken und wartet auf sichtbare KI-Nachfrage.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Truist vergibt erstmals Hold-Einstufung
  • Kursziel liegt bei 240 US-Dollar
  • IBM Z meldet 42 Prozent weniger Erlös
  • Gesamtjahresziel bleibt bei vier bis fünf Prozent

Ein Kursverlust von 22 Prozent seit Jahresbeginn spiegelt die anhaltende Skepsis der Investoren gegenüber dem traditionsreichen Technologiekonzern wider. Während IBM versucht, sich als feste Größe in der Unternehmensinfrastruktur für künstliche Intelligenz zu etablieren, zögert der Markt mit Vorschusslorbeeren.

Gestern startete das Analysehaus Truist Securities die Beobachtung der Aktie mit einer Einstufung auf „Hold“ und setzte das Kursziel bei 240 US-Dollar an.

Analyst Arvind Ramnani bescheinigt IBM zwar eine strukturell solide Positionierung im Enterprise-Computing, verweist jedoch auf spürbare Risiken bei der kurzfristigen Umsetzung. Vor allem der genaue Zeitpunkt, ab dem die milliardenschweren Ausgaben von Unternehmenskunden für KI-Infrastruktur tatsächlich in messbare Nachfrage bei IBM übergehen, bleibt die zentrale offene Frage.

Das Unternehmen verfügt mit Angeboten wie Mainframes, watsonx Orchestrate, Red Hat sowie der eigenen Beratungseinheit über wichtige Bausteine, muss deren Monetarisierung aber erst unter Beweis stellen.

Licht und Schatten im operativen Geschäft

Die Zurückhaltung der Analysten fußt nicht zuletzt auf den gemischten Signalen der vorangegangenen Quartalszahlen. Nach dem Verfehlen der Markterwartungen im zweiten Quartal 2026 war die Notierung zeitweise um über 20 Prozent eingebrochen.

Zwar kletterte der Softwareumsatz in diesem Dreimonatszeitraum um fünf Prozent – angetrieben von Red Hat mit einem Zuwachs von elf Prozent sowie dem Datengeschäft mit plus 19 Prozent –, doch zeigten andere Bereiche deutliche Bremsspuren.

Besonders das Hardware-Geschäft mit IBM Z verzeichnete im zweiten Quartal 2026 einen Erlösrückgang von 42 Prozent. Demgegenüber legte die verteilte Infrastruktur aus Power- und Storage-Systemen um 37 Prozent zu, sodass der Gesamtumsatz letztlich nur um ein Prozent auf 17,2 Milliarden US-Dollar stieg. Für das Gesamtjahr peilt das Management unverändert ein währungsbereinigtes Wachstum zwischen vier und fünf Prozent an.

Parallel zum Ausbau des Softwareportfolios treibt der Konzern Partnerschaften für Cloud-Transformationen voran. Gestern startete die Initiative „IBM Ready for SAP Solutions“, die mittelständischen Kunden den Übergang zu Cloud-ERP-Systemen erleichtern soll. Bei Referenzprojekten konnten Einkaufs-, Fertigungs- und Lagerprozesse um die Hälfte beschleunigt werden, was mittelfristig margenstarke Beratungsaufträge nach sich ziehen könnte.

Günstiges Bewertungsniveau stützt Kurszone

Auf dem aktuellen Kursniveau von 202,75 Euro notiert das Papier knapp 0,4 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 201,94 Euro. Truist beziffert das Bewertungsniveau auf rund das 17-Fache der erwarteten Gewinne.

Ob dieses historisch vergleichsweise moderate Multiplikator für eine nachhaltige Wende ausreicht, hängt nun von den kommenden Geschäftsausweisen ab. Solange die Nachfrage nach KI-Implementierungen nicht sichtbar anzieht, dominiert an den Handelsplätzen das Abwarten.

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