IBM erlebte an der Börse die schwärzesten 48 Stunden seit über einem Vierteljahrhundert. Ein neues KI-Tool des Konkurrenten Anthropic sorgte für massive Panikverkäufe und vernichtete kurzzeitig rund 31 Milliarden Dollar an Börsenwert. Doch während der Markt eine existenzielle Bedrohung für das wichtige Mainframe-Geschäft wittert, stellen sich Analysten gegen die Schwarzmalerei und nutzen die niedrigen Kurse.
KI-Konkurrenz löst Panik aus
Auslöser für den dramatischen Absturz von 13,2 Prozent – dem stärksten Tagesverlust seit mehr als 25 Jahren – war die Vorstellung von „Claude Code“ durch das KI-Startup Anthropic. Dieses Tool zielt darauf ab, veraltete COBOL-Systeme zu modernisieren. Investoren interpretierten dies sofort als direkten Angriff auf IBMs lukrative Sparte für Infrastruktur und Mainframes.
Dieses Segment ist für den Tech-Riesen essenziell: Allein im vierten Quartal 2025 erwirtschaftete der Bereich 5,1 Milliarden Dollar Umsatz. Die Sorge, dass künstliche Intelligenz dieses Geschäftsmodell schneller als erwartet obsolet machen könnte, drückte die Aktie auf Jahressicht rund 20 Prozent ins Minus. Aktuell notiert das Papier bei 198,18 Euro und kämpft um Bodenbildung.
Analysten geben Entwarnung
Trotz der heftigen Marktreaktion stabilisierte sich der Kurs zuletzt wieder leicht. Namhafte Experten von Wedbush, Jefferies und Evercore halten die Ängste für überzogen. Ihr Hauptargument: Die tief in die globale Finanzarchitektur integrierten Systeme lassen sich nicht über Nacht ersetzen. So basieren beispielsweise 95 Prozent aller Geldautomaten-Transaktionen in den USA auf der COBOL-Architektur, die IBM dominiert.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei IBM?
Diese Einschätzung spiegelt sich auch in den Bewertungen wider. Die Großbank UBS nutzte die Volatilität für ein Upgrade der Aktie von „Sell“ auf „Neutral“. Wedbush bekräftigte sogar das „Outperform“-Rating und verwies auf die technische Unersetzbarkeit der Systeme in kritischen Infrastrukturen.
Strategische Offensive läuft weiter
Ungeachtet der Turbulenzen treibt IBM die eigene Expansion im KI-Sektor voran. Gestern kündigte der Konzern eine Partnerschaft mit Deepgram an, um die watsonx-Plattform mit Echtzeit-Sprachfunktionen für den Kundenservice zu erweitern. Zudem unterstreicht der aktuelle „X-Force Threat Intelligence Index“ mit einem massiven Anstieg von Cyberangriffen auf öffentliche Anwendungen den anhaltenden Bedarf an sicheren IT-Lösungen – genau jenem Bereich, der IBMs Kerngeschäft bildet.
Der Markt hat eine mögliche Disruption extrem schnell eingepreist, doch die fundamentale Bedeutung der IBM-Infrastruktur bleibt kurzfristig bestehen. Die schnelle Stabilisierung nach dem Crash deutet darauf hin, dass institutionelle Anleger das Risiko differenzierter betrachten als der breite Markt. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird nun sein, ob IBM in den kommenden Quartalsberichten die Widerstandsfähigkeit seiner Umsätze gegenüber der neuen KI-Konkurrenz belegen kann.
IBM-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue IBM-Analyse vom 25. Februar liefert die Antwort:
Die neusten IBM-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für IBM-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
IBM: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
