Daiwa Securities hat sein Kursziel für IBM von 247 auf 217 US-Dollar gesenkt und bei einem Neutral-Rating belassen. Die Kürzung fällt in eine Woche, in der IBM selbst mit einer aufsehenerregenden Studie zur Cybersicherheit Schlagzeilen macht – einem Report, der zeigt, wie stark künstliche Intelligenz die Bedrohungslage für Unternehmen weltweit verändert.
KI-Angriffe treiben Schadenskosten in die Höhe
Gemeinsam mit dem Ponemon Institute hat IBM 602 Organisationen weltweit befragt und dabei einen deutlichen Anstieg KI-gestützter Attacken dokumentiert. Ein Viertel aller böswilligen Sicherheitsverletzungen ist demnach mittlerweile KI-gestützt – ein Plus von 56 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die durchschnittlichen Kosten eines solchen Vorfalls liegen bei 6 Millionen Dollar, verglichen mit einem globalen Durchschnitt von 4,99 Millionen Dollar über alle Angriffsarten hinweg. In den USA klettert der Wert sogar auf 11,5 Millionen Dollar pro Vorfall.
Besonders auffällig: Angreifer setzen zunehmend auf Deepfake-Identitätsbetrug, der in 47 Prozent der KI-Fälle zum Einsatz kommt, sowie auf KI-generierte Schadsoftware in 18 Prozent der Fälle. Die durchschnittliche Zeit bis zur Identifikation und Eindämmung eines Vorfalls stieg auf 247 Tage, ein Anstieg von 2,5 Prozent. Nur 53 Prozent der befragten Organisationen verfügten über eine funktionierende Verschlüsselung, während 92 Prozent nach eigenen Angaben keine ausreichenden Zugriffskontrollen für ihre KI-Systeme implementiert hatten. Immerhin: Unternehmen, die KI und Automatisierung in ihren Sicherheitsabteilungen einsetzen, sparten dadurch im Schnitt rund 2 Millionen Dollar pro Vorfall. Als Konsequenz planen 85 Prozent der Befragten, ihre Sicherheitsbudgets weiter aufzustocken.
Regionale Auswertungen aus Kanada unterstreichen den Trend zusätzlich. Dort stiegen die durchschnittlichen Kosten pro Datenschutzverletzung 2026 auf 7,11 Millionen kanadische Dollar, nach 6,98 Millionen im Vorjahr. Der Energiesektor verzeichnete mit 9,21 Millionen kanadischen Dollar die höchsten Schäden. Organisationen, die KI umfassend in ihrer Abwehr einsetzten, kamen dagegen mit durchschnittlich 5,5 Millionen kanadischen Dollar davon – gegenüber 8,91 Millionen ohne entsprechende Systeme – und verkürzten ihre Erkennungs- und Eindämmungszeiten spürbar.
Analysten bleiben zurückhaltend trotz Kurserholung
Für die IBM-Aktie selbst war der Sommer turbulent. Am 23. Juli hatte das Unternehmen seine Prognose gesenkt, zugleich aber an der bisherigen Strategie festgehalten – ein Schritt, der das Papier damals so stark einbrechen ließ wie seit 1968 nicht mehr, belastet von Sorgen um die KI-Ausrichtung des Konzerns. Genau in diesem Umfeld markierte die Aktie am 23. Juli mit 175,14 Euro ihr 52-Wochen-Tief.
Seither hat sich das Bild etwas aufgehellt: Auf Wochensicht steht ein Plus von 10,47 Prozent zu Buche. Aktuell notiert die Aktie bei 198,96 Euro, nach einem minimalen Rückgang von 0,31 Prozent im heutigen Handel. Vom 52-Wochen-Hoch bei 292,85 Euro, erreicht Anfang Juni, trennen das Papier weiterhin rund 32 Prozent – ein Hinweis darauf, dass die jüngste Erholung den Kurseinbruch der vergangenen Wochen bislang nur teilweise ausgleicht.
Dass Daiwa Securities sein Kursziel trotz der Erholungsbewegung senkt und bei Neutral verharrt, signalisiert Zurückhaltung mit Blick auf die kurzfristigen Wachstumsaussichten des Konzerns. Anleger dürften die Kombination aus fundamentaler Unsicherheit rund um die KI-Strategie und der nun greifbaren Marktchance im Cybersicherheitsgeschäft genau beobachten – schließlich zeigt der aktuelle Report, dass IBM mit seinen Sicherheitslösungen in einem Markt operiert, dessen Relevanz durch die eigene Studie eindrucksvoll belegt wird.
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